An den Börsen weltweit sind die Kurse unvermittelt stark abgefallen, haben dann aber wieder einen Teil der Verluste gutgemacht. Der Dax verlor zeitweise um mehr als sechs Prozent im Vergleich zum Vortag, obwohl der Handel in Frankfurt zuvor mit deutlichen Gewinnen gestartet war. Im späten Handel hatten sich die wichtigsten deutschen Aktienindizes wieder etwas erholt. Der L-Dax schloss bei 5738 Punkten.

Auch die US-Börsen haben wieder starke Verluste verzeichnet. Der Dow Jones ging mit einem Minus von 4,6 Prozent aus dem Handel. Damit büßte der Dow seinen Vortagesgewinn wieder ein und schloss auf dem tiefsten Stand seit September 2010.

Die Ursache für die plötzlichen Kursverluste war nach Angaben von Analysten Gerüchte über die Schuldenlage Frankreichs und eine möglicherweise bevorstehende Herabstufung der französischen Kreditwürdigkeit durch die Rating-Agenturen. Der französische Leitindex CAC40 verlor zeitweise mehr als vier Prozent.

Auch die Aktien der französischen Großbank Société Générale waren vorübergehend um 20 Prozent ins Minus gerutscht. Warum ausgerechnet dieses Finanzinstitut so starke Kurseinbrüche hinnehmen musste, ist nicht genau geklärt. Andere Bankenaktien wie etwa die der BNP Paribas aus Frankreich und der Deutschen Bank mussten ebenfalls starke Verluste hinnehmen.

Société Générale weist Gerüchte zurück

Um den Kurssturz zu stoppen, wies Société Générale die Spekulationen über finanzielle Schwierigkeiten des Geldhauses umgehend zurück. "Die Bank dementiert kategorisch jegliche Marktgerüchte", sagte eine Sprecherin des Instituts. Bei Spekulationen über die Zahlungsunfähigkeit eines Staates rücken automatisch die großen Gläubiger in den Fokus der Märkte.

Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy hatte sich nur wenige Stunden zuvor mit wichtigen Ministern und dem Notenbankchef in Paris bei einem außerplanmäßigen Treffen zur Wirtschaftslage abgestimmt. Sarkozy kündigte weitere Sparmaßnahmen an. Die Regierung werde nächste Woche Vorschläge für Einschnitte machen, um die Staatsschulden zu verringern, teilte der Elysée-Palast mit. An der Konferenz nahm kein Vertreter der Société Générale teil, hieß es aus dem Präsidentenamt.

Die Rating-Agentur Fitch gab derweil bekannt, dass Frankreich seine Top-Bonität behalten werde. Die Regierung in Paris wies die Spekulationen über eine bevorstehende Herabstufung der französischen Kreditwürdigkeit zurück. "Diese Gerüchte sind völlig haltlos und die drei Rating-Agenturen Standard & Poor's, Fitch und Moody's haben bestätigt, dass es kein Risiko einer Herabstufung gab", sagte ein Sprecher des Finanzministeriums. Frankreich hat derzeit die Rating-Bestnote AAA.