Die US-Notenbank Federal Reserve steht wegen der Wirtschaftsflaute kurz vor weiteren massiven Konjunkturhilfen. Der Offenmarktausschuss (FOMC) werde darüber bei seinem nächsten Treffen Ende September beraten, sagte US-Notenbank-Chef Bernanke auf dem traditionellen jährlichen Zentralbanker-Treffen in Jackson Hole in den Rocky Mountains. Das Treffen im September werde von einem auf zwei Tage verlängert.

Die Fed sei bereit zu handeln, um die Konjunktur zu stärken, sagte Bernanke. Ihr stünden dafür zahlreiche Instrumente zur Verfügung. Konkrete Maßnahmen kündigte Bernanke aber noch nicht an. An den Finanzmärkten war vor der Rede über eine weitere geldpolitische Lockerung in den USA spekuliert worden. An den Börsen fielen zunächst die Kurse.

Eine Möglichkeit für die US-Notenbank, die Konjunktur anzuregen, wäre, das Programm zum Ankauf von Staatsanleihen neu aufzulegen. Die Fed würde damit die Geldumlaufmenge erhöhen und die Märkte mit Dollar fluten.

Die Finanzmärkte reagierten negativ, weil zuvor erneut schlechtere Konjunkturdaten bekanntgegeben wurden. Die US-Wirtschaft ist im zweiten Quartal noch langsamer gewachsen als gedacht. Dies dürfte die Sorgen verstärken, dass die weltgrößte Volkswirtschaft zurück in die Rezession rutscht.

Weiter schwacher Arbeitsmarkt in den USA

Das Bruttoinlandsprodukt stieg zwar von April bis Juni mit einer auf das Jahr hochgerechneten Rate von einem Prozent, teilte das Handelsministerium in einer zweiten Schätzung mit. In einer ersten Prognose aber war das Wachstum noch auf 1,3 Prozent veranschlagt worden. Analysten hatten mit plus 1,1 Prozent gerechnet . Viele Experten bezeichneten die Daten als enttäuschend.

Sorgen um ein Abflauen der Erholung in den USA hatten zuletzt Ängste vor einer weltweiten Rezession geschürt und die globalen Aktienmärkte auf Talfahrt geschickt. Haupthindernis für ein stärkeres Wachstum in den USA ist der schwache Arbeitsmarkt.

Zudem wuchsen die Exporte mit 3,1 Prozent deutlich schwächer als erwartet. Allerdings gaben die Verbraucher 0,4 Prozent mehr aus als im Vorquartal. Für die Konsumausgaben hatten die Statistiker ursprünglich nur ein Plus von 0,1 Prozent gemeldet. Die Daten seien insgesamt "hässlich, aber keine Katastrophe", sagte Analyst William Larkin von Cabot Money Management. Einige Experten erwarten eine bessere Entwicklung für den Rest des Jahres. "Die Frage ist: Gibt es eine Erholung im vierten Quartal", sagte Paul Ballew, Chefvolkswirt von Nationwide Insurance.