Die Börsen haben leicht positiv auf die Einigung im US-Schuldenstreit reagiert. Der Deutsche Aktienindex (Dax) legte zum Handelsstart an der Börse in Frankfurt am Main um 1,3 Prozent auf 7.255 Punkte zu, sank danach aber fast wieder auf den Schlusskurs vom Freitag. Die Märkte in Asien legten deutlicher zu, der Handel in Tokyo schloss mit einem Plus von 1,3 Prozent. In London stieg der FTSE-100 um ein Prozent auf 5.875 Zähler.

Die Börsen reagierten damit auf den Kompromiss zwischen den Demokraten und Republikanern in den USA, die mit ihrem Beschluss eine Zahlungsunfähigkeit des Landes verhindert haben. Die beiden Parteien vereinbarten Maßnahmen zur Senkung des Defizits in mehreren Stufen um insgesamt etwa 2,4 Billionen Dollar.

Die Aussicht auf eine stabilere wirtschaftliche Entwicklung in den USA ließen auch die Rohöl-Preise wieder steigen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordsee-Sorte Brent kostete mit 118,90 Dollar 1,9 Prozent mehr als noch am Freitag – und damit so viel wie zuletzt Mitte Juni. Die US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) verteuerte sich zum Wochenstart um 1,35 Prozent auf 97,18 Dollar.

Märkte langfristig weiter unsicher

Analysten großer Geldinstitute bewerteten die Sparbeschlüsse jedoch nur verhalten optimistisch. Die Märkte würden weiterhin eine Phase der Unsicherheit durchleben, solange die Politiker die USA an den Rand eines technischen Zahlungsausfalls brächten, sagte Anleiheninvestor Chris Iggo von Axa Investment Managers.

Die Fachleute der Commerzbank urteilten ähnlich: Die wochenlangen Verhandlungen in Washington hätten "das Vertrauen in das politische System der USA erschüttert". Die Analysten bezweifeln, dass der US-Kongress in seinem gegenwärtigen Zustand in der Lage ist, "eine vernünftige Fiskalpolitik zu formulieren". Dabei sei dies gerade in der weiterhin schlechten Lage der US-Wirtschaft unbedingt notwendig. Das Fazit der Commerzbank lautet: "Für eine signifikante Erholung des Dollar gibt es kaum Gründe."