Die Gruppe der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer will den ärmsten Regionen der Welt zu mehr Wohlstand verhelfen. Konkrete Zusagen machten die Finanz- und Entwicklungshilfeminister der G 20 bei ihrer ersten gemeinsam Sitzung am Rande der Jahrestagung von Internationalem Währungsfonds und Weltbank in Washington aber nicht. Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) sagte, dass "natürlich nicht zu erwarten" gewesen sei, dass nach dem ersten Treffen bereits konkrete Ergebnisse vorlägen.

Die G 20 hob in der Abschlusserklärung aber zwei Bereiche hervor, mit denen die Grundlagen für weniger Armut und mehr Wirtschaftswachstum in Entwicklungsländern geschaffen werden sollen: Nahrungsmittelsicherheit und Infrastruktur.

Die mangelhafte Infrastruktur stelle in Entwicklungsländern oftmals eine "dramatische Behinderung" des Wachstumspotenzials dar, hieß es. Außerdem verlangten die G 20 "langfristige Antworten" im Kampf gegen die Unterernährung: "Um mehr als neun Milliarden Menschen im Jahr 2050 zu ernähren, muss die landwirtschaftliche Produktion in den Entwicklungsländern verdoppelt werden."

Frankreich will Projekte für Afrika vorstellen

Die Entwicklungsländer spielten für das Wachstum der Weltwirtschaft eine bedeutende Rolle, hieß es nach der Sitzung. Daher sei Entwicklungshilfe "eine Investition in den Wohlstand aller Länder".

Frankreich hat Fragen der Entwicklungspolitik zu einem Schwerpunkt seiner aktuellen G-20-Präsidentschaft gemacht. Beim Gipfel Anfang November in Cannes soll eine Liste von "realisierbaren und finanzierbaren" Projekten für Afrika vorgestellt werden.

Bei der Finanzierung ihrer Ziele blieben die Minister aber vage. Diskutiert wurde etwa die Einführung einer Finanztransaktionssteuer, die unter anderem von Frankreich und Deutschland unterstützt wird. In der Abschlusserklärung fand sich dazu aber kein Wort. Der französische Finanzminister François Baroin machte "Bedenken" der USA dafür verantwortlich.

Weltbank erhöht Hilfe für Ostafrika

Die Weltbank kündigte unterdessen an, die Hilfen für die Region am Horn von Afrika auf 1,9 Milliarden Dollar (1,4 Milliarden Euro) nahezu zu vervierfachen. Im Juli hatte die Weltbank der Region 500 Millionen Dollar für den Kampf gegen Hunger und Dürre zugesagt. Die betroffenen Gebiete litten unter "einer der schlimmsten Dürren" seit mehr als einem halben Jahrhundert, sagte Weltbank-Chef Robert Zoellick. Nach Angaben der Weltbank benötigen 13 Millionen Menschen sofortige Hilfe.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon gab den Bedarf an Hilfsmitteln für den Kampf gegen den Hunger am Horn von Afrika noch in diesem Jahr mit etwa 700 Millionen Dollar an. Allein in Somalia drohten 750.000 Menschen zu sterben, sagte er in New York.