Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hat einen höheren Druck zur Haushaltssanierung auf hoch verschuldete Euro-Staaten wie Griechenland gefordert. "Wir sehen, welch große Herausforderung und Leistung es für die betroffenen Regierungen ist, in einer Schuldenspirale die Kehrtwende zu schaffen", sagte die CDU-Politikerin der Financial Times Deutschland. Das erfordere "jahrelange Disziplin und beharrliche Konsolidierung". Nötig für solche Defizitsünder seien Anreize, um den "unpopulären aber notwendigen Kurs" über Jahre durchzuhalten, sagte von der Leyen.

Griechenland hatte als Gegenleistung für Milliardenhilfen seitens der Euro-Länder und des Internationalen Währungsfonds (IWF) Reformen und einen strikten Sparkurs zugesagt. EU, IWF und Europäische Zentralbank (EZB) prüfen regelmäßig, ob die Regierung in Athen ihre Zusagen einhält, bevor weitere Anteile der Kredite ausgezahlt werden.

 Am Freitag war eine Delegation der Geldgeber überraschend aus Griechenland abgereist. Sie will wohl erst Mitte September wiederkehren, wenn die Regierung ihren Haushalt 2012 fertig ausgearbeitet hat. Zuvor hatte der griechische Finanzminister Evangelos Venizelos gesagt, dass das Defizitziel von 7,4 Prozent der Wirtschaftsleistung nicht eingehalten werden könne. Somit ist die nächste Tranche der Hilfen für das hoch verschuldete Land in Gefahr.

CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe rechnet trotzdem fest mit einer eigenen Mehrheit der schwarz-gelben Koalition bei der Bundestagsabstimmung über die Aufstockung von Hilfsgarantien für den Euro-Rettungsschirm. "Wir werden eine eigene Mehrheit erreichen", sagte Gröhe im Deutschlandfunk. Zugleich mahnte Gröhe seine Partei aber zu mehr Geschlossenheit. Es erschwere die Arbeit, wenn durch manche öffentliche Diskussion der Eindruck von Streit erweckt werde.

Der Bundestag soll am 29. September über die von den Staats- und Regierungschefs der Euro-Zone verabredeten Erweiterung des Kreditvolumens für den Euro-Rettungsschirm EFSF abstimmen. In den Koalitionsfraktionen wurde allerdings Kritik daran laut. Einige Abgeordnete drohten mit einem Nein.