Die Regierungen von Frankreich, Belgien und Luxemburg haben nach eigenen Angaben eine Lösung für die Zukunft der schwer angeschlagenen Großbank Dexia gefunden. Der Vorschlag, der nicht näher erläutert wurde, solle zunächst dem Aufsichtsrat der Bank vorgelegt werden, sagten die Regierungen in Brüssel. Der Aufsichtsrat wollte noch am Nachmittag zusammenkommen. Konkrete Entscheidungen wurden vom Verwaltungsrat des Geldhauses bis zur Börsenöffnung am Montag erwartet.

Die Dexia-Bank, die in Belgien 850 Niederlassungen und in Frankreich keine einzige Filiale hat, ist der größte Kreditgeber der Gemeinden, Städte und Regionen in Frankreich. Das Geldinstitut war vor drei Jahren zu Beginn der Finanzkrise in Turbulenzen geraten. Damals hatten Frankreich, Belgien und Luxemburg das Institut mit 6,4 Milliarden Euro gestützt und ihm öffentliche Garantien gegeben. Seitdem halten Frankreich und Belgien Anteile an Dexia.

Der belgische Premierminister Yves Leterme teilte mit, die drei Regierungen erklärten ihre Solidarität bei der Suche nach einer zukunftsfähigen Lösung für Dexia. Paris, Brüssel und Luxemburg unterstützten die – nicht genauer detaillierten – Pläne der Führung von Dexia. Leterme nahm zu den Aufspaltungsplänen explizit keine Stellung.

Belgiens Finanzminister Didier Reynders sagte auf die Frage einer möglichen Verstaatlichung des belgischen Dexia-Teils: "Was man will, ist bei der Bank mächtiger zu werden." Es gehe auch um den Schutz der Kunden. Bei den Regierungsgesprächen war auch die Lastenteilung bei einer milliardenschweren Garantie für eine künftige Bad Bank für Risikopapiere ein Thema.

Die russische Sberbank interessiert sich nach Medienangaben für die türkische Deniz-Bank, eine Tochter der Dexia. Die Aufmerksamkeit der größten russischen Bank sei "mehr als groß", sagte ein namentlich nicht genannter Sberbank-Mitarbeiter der Moskauer Zeitung Kommersant.