Die EU schränkt die Spekulation auf Staatsanleihen ein. Der Handel mit ungedeckten Kreditausfall-Versicherungen (CDS) auf Staatsanleihen wird in der EU vom Herbst 2012 an nur noch in Ausnahmefällen möglich sein. Das haben die EU-Kommission, das Europaparlament und der EU-Ministerrat vereinbart. Die Vorschläge sind Teil eines Bündels an Maßnahmen, um die Finanzmärkte besser zu überwachen.

"Die Regeln werden es Hedge-Fonds unmöglich machen, griechische oder italienische CDS allein für Spekulationsgeschäfte zu kaufen, ohne die entsprechenden Staatsanleihen zu besitzen", teilte das Europaparlament mit. Investoren dürfen nur dann CDS kaufen, wenn sie auch die entsprechenden Staatsanleihen besitzen.

Ein Hauptauslöser der Finanzkrise

Deutschland hatte bereits im vergangenen Jahr sogenannte ungedeckte Leerverkäufe im Alleingang verboten. Diese Geschäfte nutzen Spekulanten, wenn sie auf den Verfall einer Währung, Aktie oder Anleihe wetten wollen. Dafür verkaufen sie das Produkt, ohne es zu besitzen – in der Hoffnung, es später zu einem niedrigeren Kurs zurückkaufen zu können und so Gewinn zu machen. Inzwischen sind andere EU-Länder gefolgt, auch Frankreich, Italien, Spanien und Belgien haben nach EU-Angaben ein Verbot beschlossen.

Mit dem Kauf von Kreditausfall-Versicherungen können sich Investoren gegen den Ausfall von Anleihen absichern – aber auch auf eine schlechtere Bonität der Schuldner wetten. Letzteres wird jetzt EU-weit verboten, weil diese Praktiken nach gängiger Meinung den Kursverfall von Staatsanleihen künstlich beschleunigt und die Krise Griechenlands verschärft haben. Die komplizierten Produkte gelten auch als ein Hauptauslöser für die weltweite Finanzkrise.