In Griechenland haben Streiks begonnen, die die bisherigen an Intensität übertreffen sollen. Die Gewerkschaften wollen aus Protest gegen weitere harte Sparmaßnahmen das Land so gut wie lahmlegen. Ministerien und staatliche Unternehmen sowie viele Banken, Apotheken, Tankstellen, Geschäfte und Bäckereien sollen bestreikt werden. Die Ärzte in Krankenhäusern behandeln nur Notfälle.

Auch die öffentlichen Verkehrsmittel sollen für mehrere Stunden ausfallen. Zu dem Ausstand haben die beiden größten Gewerkschaftsverbände aufgerufen. Für den Nachmittag sind mehrere Demonstrationen geplant. Aus Angst vor Ausschreitungen zog die Polizei starke Einheiten in Athen zusammen. Ministerpräsident Giorgos Papandreou sagte, wenn die Streikenden das Land "zersetzen" würden, werde es "kein Geld für Löhne und Renten" geben.

Um Mitternacht starteten die Fluglotsen die Streikwelle. Der griechische Luftraum blieb für alle kommerzielle Flüge von und nach Griechenland geschlossen. Viele Flüge wurden verschoben oder fielen aus. Allerdings beschloss ihre Gewerkschaft der Lotsen, mit Rücksicht auf den Tourismus nur für zwölf Stunden zu streiken. Der Flugbetrieb soll ab 11 Uhr (MESZ) wieder aufgenommen werden.

In München wurden wegen des Streiks sämtliche 20 Flüge aus und nach Griechenland gestrichen. Am Hamburger Flughafen fielen zwei Flüge aus Heraklion und Kos weg. In Hannover mussten sieben Flüge auf Donnerstag verschoben werden. Etwa tausend Fluggäste waren davon betroffen.

In Düsseldorf wurden drei Hin- und Rückflüge nach Athen und Thessaloniki komplett gestrichen. Drei weitere Flüge nach Kos und Heraklion wurden verschoben. Am Flughafen Köln/Bonn wurden zwei Flüge (Athen und Thessaloniki) um einen Tag verschoben.

Ratten zwischen den Müllbergen

Wegen des seit fast zwei Wochen andauernden Streiks der Müllabfuhr liegen in den meisten Städten viele Tonnen Müll herum. Wegen der Gefahr eines Seuchenausbruchs verpflichtete die Regierung die streikenden Müllarbeiter zum Dienst. Allein in der Hauptstadt Athen haben sich mehr als 30.000 Tonnen Müll angesammelt. Die für die öffentliche Gesundheit zuständige Behörde bezeichnete die Situation als "Bombe". An einigen Orten seien bereits Ratten gesichtet worden.

Am Donnerstag will das Parlament in Athen ein neues Gesetz billigen, mit dem erstmals seit 100 Jahren Entlassungen von Staatsbediensteten ermöglicht werden sollen. Zudem sollen die Löhne und Gehälter von Beamten und anderen Staatsbediensteten um weitere 20 Prozent gekürzt und weitere Steuern erhoben werden.