Angesichts der Finanzprobleme der französisch-belgischen Großbank Dexia hat die Rating-Agentur Moody's Belgien vor einer Herabstufung seiner Kreditwürdigkeit gewarnt. Die Agentur wolle die Bonität des Landes ab sofort auf eine mögliche Herabstufung hin prüfen, teilte sie in der Nacht von Freitag auf Samstag mit.

Bedenklich seien für Belgien insbesondere mögliche künftige Hilfszahlungen an angeschlagene Banken und verschuldete Euroländer, sowie eine zu erwartende schwache wirtschaftliche Entwicklung des Landes.
Die Warnung folgte einer Ankündigung des belgischen Finanzministers Didier Reynders, die Dexia-Bank finanziell unterstützen zu wollen. Nach Gewerkschaftsangaben und Medienberichten will die Regierung den belgischen Zweig des Instituts verstaatlichen. Dexia war in den vergangenen Tagen durch Liquiditätsprobleme ins Schlingern geraten.

Moody's war am Freitag außerdem dem Beispiel der Konkurrenzagenturen Standard & Poor's und Fitch gefolgt und hatte die Kreditwürdigkeit Italiens herabgestuft. Fitch wertete zudem das ebenfalls kriselnde Euroland Spanien ab.

IG-Metall-Chef fürchtet neue Bankenkrise

IG-Metall-Chef Berthold Huber warnte unterdessen vor den Folgen einer erneuten Bankenkrise. "Wenn ich mir die Entwicklung an den Finanzmärkten anschaue, dann halte ich es für möglich, dass wir schon wieder kurz vor dem Abgrund stehen", sagte Huber der Berliner Zeitung. Zu befürchten sei, dass Unternehmen nicht mehr ausreichend mit Krediten versorgt würden. 



Der in Hannover erscheinenden Neuen Presse sagte Huber außerdem, dass möglicherweise sogar "über Nacht eine Liquiditätskrise der Unternehmen" drohen könnte. Für diesen Fall rege er an, dass die schwarz-gelbe Bundesregierung an Arbeitsmarktinstrumenten wie der Kurzarbeit festhält. Die Erleichterungen für die Unternehmen bei der Kurzarbeit hätten nicht zurückgenommen werden dürfen.