Die Vertreter der internationalen Troika – bestehend aus dem Internationalen Währungsfonds (IWF), der Europäischen Zentralbank (EZB) und der EU-Kommission – haben die bisherigen Reformanstrengungen in Griechenland kritisiert.

Es sei offensichtlich, dass das Programm nicht aufgehe, wenn die griechische Behörden nicht viel strengere Strukturreformen vollzögen "als die, die wir bisher gesehen haben", sagte der Leiter der Delegation des IWF in Athen, Poul Mathias Thomsen, der Welt am Sonntag. Das Land gehe "zwei Schritte vor und einen zurück", sagte Thomsen.

Auch sein Kollege von der EU-Kommission, der Deutsche Matthias Mors, kritisierte die griechische Regierung für die zögerliche Umsetzung ihrer Sparpläne. "Die Griechen glauben, dass es reicht, Gesetze zu machen", sagte Mors. Doch deren Umsetzung brauche Zeit, zudem fehlten häufig die notwendigen Strukturen, zum Beispiel in der Steuerverwaltung, sagte er.

EZB-Delegationsleiter Klaus Masuch erinnerte die Griechen an ihr Dilemma. Griechenland habe jahrelang nötige Reformen unterlassen und massiv über seine Verhältnisse gelebt, sagte er. Ohne die Finanzhilfen der Europäer wären Wirtschaftseinbruch und Einkommensverluste in Griechenland noch "viel dramatischer, als wir es derzeit beobachten".  

Dass sich die Troika-Vertreter öffentlich äußern, dürfte bedeuten, dass sie den Druck auf die griechische Regierung wenige Tage vor ihrem Urteil noch einmal erhöhen wollen. Von dem Bericht der Kontrolleure über die Sparbemühungen Griechenlands hängt die Auszahlung der nächsten Tranche aus dem milliardenschweren Hilfspaket für das hoch verschuldete Land ab. Die Verhandlungen sollten ursprünglich schon Ende September beendet sein. Eine Entscheidung über die Auszahlung von acht Milliarden Euro wurde jedoch aufgeschoben, weil die Troika mehr Zeit braucht, um die griechischen Sparbemühungen zu überprüfen. Nach Angaben des luxemburgischen Ministerpräsidenten Jean-Claude Juncker wird der Bericht der Troika am 24. Oktober erwartet.