Großbritannien ist mit seinem Nein zu strengeren Haushaltskontrollen auf dem EU-Gipfel nun vollständig isoliert. Statt bisher sechs wollen neun weitere EU-Mitglieder sich dem Vertrag über eine engere Zusammenarbeit der 17 Euro-Staaten anschließen, wie aus einem neu aufgelegten Entwurf für die Abschlusserklärung in Brüssel hervorgeht. Zunächst war nur von sechs EU-Staaten außerhalb der Währungsgemeinschaft die Rede, die die Reform mittragen.

"Die Staats- und Regierungschefs von Bulgarien, Tschechien, Dänemark, Ungarn, Lettland, Litauen, Polen, Rumänien und Schweden haben ihre Bereitschaft zur Teilnahme an diesem Prozess bekundet. Wo nötig, müssen jedoch die Parlamente konsultiert werden", heißt es nun in dem Entwurf. Die Zustimmung der nationalen Parlamente war zuvor von Tschechien und Schweden als Bedingung für neue Verträge angeführt worden. Ungarn war wie Großbritannien überhaupt nicht zu einer engeren Zusammenarbeit bereit.

Im Kampf gegen die Schuldenkrise hatten die Euro-Zonen-Länder in der Nacht beschlossen, einen eigenen zwischenstaatlichen Vertrag mit strengeren Regeln zu vereinbaren, dem auch Nicht-Euro-Länder beitreten können. Dieser sieht Schuldenbremsen und automatische Strafen gegen Defizitsünder vor.

Großbritannien lehnte eine Teilnahme hingegen ab. Premierminister David Cameron hatte im Gegenzug für seine Zustimmung zur Vertragsänderung Sonderrechte für die Regulierung des heimischen Finanzmarkts gefordert. Diese Forderung wurde von anderen EU-Ländern zurückgewiesen, eine Einigung aller 27 EU-Staaten war damit gescheitert.