Auf dem EU-Gipfel wird bekanntlich auch darüber beraten, dem Internationalen Währungsfonds (IWF) im Kampf gegen die Schuldenkrise Geld bereitzustellen. Nun haben EU-Diplomaten die Summe von 200 Milliarden Euro bestätigt. Das Geld sollen die Notenbanken der EU-Länder an den IWF zahlen, dieser wiederum solle damit Hilfen für Euro-Krisenländer finanzieren, hieß es.

Die Notenbanken der 17 Euro-Länder würden demnach rund 150 Milliarden Euro übernehmen, die Zentralbanken der restlichen zehn EU-Länder die verbleibenden rund 50 Milliarden Euro. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hatte bereits nach einem Treffen der EU-Finanzminister Ende November ein ähnliches Modell in Aussicht gestellt: "Wir sind grundsätzlich bereit, die Mittel des IWF durch bilaterale Kredite zu erhöhen."

Ob es aber schon auf dem Gipfel zu einer Einigung über die Mittel in Höhe von 200 Milliarden Euro kommt, ist unsicher. "Das ist bisher nur ein Vorschlag", sagte ein EU-Diplomat. "Das ist noch nicht entschieden." Ein deutscher Regierungsvertreter hatte am Mittwoch gesagt: "Über die Frage der IWF-Mittel wird gesprochen. Ich bin mir nicht sicher, ob das an diesem Wochenende schon entscheidungsreif ist."

Streit über weitere Ausweitung des Rettungsschirms

Ein weiterer EU-Diplomat fügte hinzu, die so zu erzielende Summe sei nicht groß genug, um einen ausreichenden Schutz gegen eine sich ausweitende Euro-Krise zu schaffen. Deswegen würden andere Möglichkeiten verfolgt. Es gibt unter anderem die Idee, den Euro-Rettungsfonds mit einer Banklizenz auszustatten. Der Fonds könnte sich so wie eine normale Bank Geld bei der Europäischen Zentralbank (EZB) leihen und zur Unterstützung angeschlagener Euro-Länder einsetzen.

Diskutiert wird auch, den künftigen Euro-Rettungsfonds ESM ab Mitte 2012 parallel zum bisherigen Rettungsfonds EFSF einzusetzen, um so durch das Geld in beiden Töpfen die "Feuerkraft" der Eurozone im Kampf gegen die Krise zu erhöhen.

Die Bundesregierung lehnt diese beiden Modelle bislang ab und will auf dem Gipfel vor allem darüber reden, wie durch Änderungen der EU-Verträge eine strikte Haushaltsdisziplin mit automatischen Sanktionen gegen Schuldensünder durchgesetzt werden kann. "Das wirkliche Thema des Gipfels ist aber, wie die Feuerkraft im Kampf gegen die Krise erhöht werden kann", sagte ein EU-Diplomat.