Tschechien hat seine Teilnahme an der Aufstockung von IWF-Mitteln gegen die Schuldenkrise an die Beteiligung aller Nicht-Euro-Länder geknüpft. Da es sich um eine sehr hohe Summe handele, sollte die Zentralbank des Landes nur dann die Gelder bereitstellen, wenn sich auch alle anderen EU-Länder außerhalb der Euro-Zone an dem Plan beteiligten, sagte der tschechische Ministerpräsident Petr Necas der Zeitung Lidove Noviny. Der tschechische Anteil läge bei rund 3,5 Milliarden Euro.

Zuvor hatte Präsident Václav Klaus mögliche Hilfen für verschuldete Euro-Staaten generell kritisiert. Sie ermöglichten "extrem verschuldeten" Staaten, die Suche nach realen Lösungen aufzuschieben, teilte Klaus auf seiner Internetseite mit.

Außenminister Karel Schwarzenberg hält die Beteiligung seines Landes hingegen für unausweichlich. Andernfalls drohe Tschechien eine Isolierung in Europa oder "die Rückkehr zu Russland nach 22 Jahren", sagte der konservative Politiker im tschechischen Fernsehen.

Nationalbank-Chef Miroslav Singer, der die zusätzlichen Kreditlinien an den IWF einräumen müsste, erwartet eine schwierige Entscheidung. "Wenn sich alte Sicherheiten beginnen aufzulösen, hat man lieber zu große als zu kleine Geldreserven", sagte Singer der Agentur CTK.

Die EU-Länder hatten auf dem Krisengipfel vergangene Woche vereinbart, binnen zehn Tagen zu klären, ob ihre Notenbanken dem IWF zusätzlich 200 Milliarden Euro in Form bilateraler Darlehen zur Verfügung stellen können. Deutschland müsste zur Aufstockung etwa 45 Milliarden Euro beitragen.