Die Rating-Agentur Fitch hat wie angedroht die Kreditwürdigkeit mehrerer Euro-Staaten schlechter eingestuft. Die Agentur senkte das langfristige Emittentenrating für Italien , Spanien , Belgien , Zypern und Slowenien .

Die drittgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone Italien wurde um zwei Stufen von A-plus auf A-minus abgesenkt. Das Land versucht mit einer Expertenregierung unter Mario Monti gegen eine immense Staatsverschuldung anzugehen. Fitch teilte mit, dass die Abstufung noch schärfer ausgefallen wäre, hätte sich die Regierung nicht derart klar zu einem Abbau des Defizits und Strukturreformen verpflichtet.

Auch Spanien , die viertgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone, fällt zwei Stufen zurück und wird nun mit AA-minus statt mit A bewertet. Sloweniens Note wurde ebenfalls um zwei Stufen gesenkt. Bei Belgien und Zypern wurde die Kreditwürdigkeit um eine Note gesenkt. Zyperns Note BBB-minus liegt nur noch eine Stufe über dem Ramschniveau. Fitch begründet die Entscheidung mit einer gesunkenen Fähigkeit der Länder, auf Schocks zu reagieren. Die Rating-Agentur verweist auch auf den kurzfristig schlechten wirtschaftlichen Ausblick.

Irlands Rating wird bestätigt

Die Bewertung für Irland wurde nicht angetastet. Für alle sechs Länder bewertet Fitch den Ausblick mit negativ. Die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Herabstufung in den kommenden zwei Jahren ist demnach hoch. Im vergangenen Dezember hatte Fitch die sechs Länder unter verschärfte Beobachtung gestellt und seitdem ihr Rating überprüft.

Die Rating-Agentur Standard & Poor's hatte Mitte Januar neun Euro-Staaten herabgestuft und dabei unter anderem Europas zweitgrößter Volkswirtschaft Frankreich die Bestbewertung AAA entzogen. Auch Österreich verlor die Bestnote.

Für die betroffenen Länder kann sich die schlechtere Bewertung in höheren Zinsen niederschlagen, wenn dies auch nicht zwangsläufig eintreten muss. Neben Frankreich und Österreich stufte S&P auch Italien, Spanien, Portugal, die Slowakei, Slowenien, Malta und Zypern herab . Kurz darauf wurde zudem dem Euro-Rettungsschirm EFSF die Top-Bonitätsbewertung entzogen .

Die Finanzmärkte reagierten allerdings gelassen auf die Herabstufungen. Der Eurokurs stieg sogar auf ein neues Tageshoch von 1,3220 US-Dollar. Der US-Aktienmarkt reagierte kaum. Händler sagten, dass die Entscheidung  am Markt bereits erwartet worden war. Zudem bewerte Fitch die meisten Länder besser als Standard & Poor's.