Frankreich wird nun wohl zum Vorreiter in der Euro-Zone, was die Besteuerung von Finanzgeschäften angeht. In einem Fernsehinterview am Sonntagabend im Elysée-Palast hat der französische Präsident Nicolas Sarkozy die Einführung einer Finanztransaktionssteuer angekündigt. Die Steuer von 0,1 Prozent solle ab August in Frankreich erhoben werden. Sarkozy hatte bereits Anfang Januar angekündigt, die Steuer notfalls im Alleingang einzuführen .

Er hoffe, dass dieser Schritt auch andere Länder dazu bringe, die Steuer ebenfalls zu erheben, fügte der Präsident in dem Interview hinzu. In Deutschland stößt eine Finanztransaktionssteuer, die nur im Kreis der Euro-Länder gelten soll, vor allem in der FDP auf großen Widerstand.

Sarkozy hat zudem die Franzosen darüber informiert, die allgemeine Mehrwertsteuer um 1,6 Punkte von 19,6 auf 21,2 Prozent anzuheben. Die Maßnahme solle ab 1. Oktober gelten. Im Gegenzug sollen Arbeitgeber bei den Lohnnebenkosten um 13 Milliarden Euro entlastet werden. Gleichzeitig will der Präsident die allgemeinen Sozialabgaben für Kapitaleinkünfte um zwei Prozent erhöhen.

Die Ankündigungen Sarkozys sind vermutlich auch Teil seines Wahlkampfes . In Umfragen liegt er seit Monaten hinter dem Sozialisten François Hollande . Zwar hat Sarkozy seine Kandidatur für die Präsidentschaftswahl im April noch nicht angekündigt, doch gehen Beobachter bislang davon aus, dass er wieder antreten wird.