Spanien hat sich problemlos und deutlich günstiger als zuletzt Geld am Kapitalmarkt besorgen können. Bei einer Auktion von drei Anleihen sammelte der spanische Staat fast zehn Milliarden Euro und damit doppelt so viel wie anvisiert ein. Das hoch verschuldete Land musste Anlegern dabei zum Teil nicht mehr so hohe Zinsen bieten wie zuletzt.

Spanien platzierte Drei-Jahres-Papiere im Volumen von rund 4,3 Milliarden Euro und stellte Zinsen von 3,38 Prozent in Aussicht. Zudem wurden zwei Anleihen mit Laufzeiten bis 2016 um 2,5 und 3,2 Milliarden Euro aufgestockt, wobei die Zinsen jeweils von knapp fünf Prozent auf unter vier Prozent sanken. Es war die erste Anleihe-Auktion Spaniens im neuen Jahr.

Insgesamt will der spanische Staat in diesem Jahr Staatsanleihen im Wert von 86 Milliarden Euro ausgeben. Die spanische Staatsverschuldung stieg dem Wirtschaftsministerium zufolge Ende 2011 auf insgesamt rund 592 Milliarden Euro.

Das viertgrößte Land der Euro-Zone steht unter besonderer Beobachtung der Finanzmärkte. Die neue konservative Regierung will mit weitreichenden Reformen das Vertrauen zurückgewinnen. EU-Währungskommissar Olli Rehn hatte allerdings weitere Anstrengungen von Spanien verlangt. Vor allem die hohe Jugendarbeitslosigkeit sollte reduziert werden. Der neue spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy will vor allem die öffentlichen Ausgaben kürzen.

Italien braucht 300 Milliarden Euro

Auch Italien konnte sich an den Märkten zu deutlich günstigeren Konditionen als bislang Geld besorgen – zumindest bei kurzfristigen Anleihen. Insgesamt nahm Italien 12 Milliarden Euro durch Papiere mit einer Laufzeit von einem halben und einem ganzen Jahr auf, teilte das Finanzministerium mit. Damit wurde der Zielwert erreicht.

Mit einer einjährigen Anleihe wurden 8,5 Milliarden Euro aufgenommen. Die Rendite lag mit 2,735 Prozent so niedrig wie seit Juni nicht mehr. Am 12. Dezember hatte die Rendite bei einer vergleichbaren Auktion noch bei 5,952 Prozent gelegen. Anleihen mit einer Laufzeit von einem halben Jahr konnte der italienische Staat im Wert von 3,5 Milliarden Euro verkaufen. Die Rendite lag hier bei 1,644 Prozent.

Als drittgrößtes Land gilt Italien als entscheidender Faktor für die Zukunft der Euro-Zone . Allein in diesem Jahr muss sich der italienische Staat mehr als 300 Milliarden Euro beschaffen, um auslaufende Schulden zurückzahlen zu können.

Die Finanzmärkte reagierten positiv auf die Emissionen, der deutsche Aktienindex Dax und der Euro legten zu.