Als Konsequenz aus der Reaktorkatastrophe in Fukushima werden auch alle deutschen Zwischenlager für Atommüll einem Stresstest unterzogen. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen hervor. "Die Ergebnisse der Untersuchungen der Entsorgungskommission werden voraussichtlich Ende der zweiten Jahreshälfte 2012 vorliegen", teilte die parlamentarische Umwelt-Staatssekretärin Ursula Heinen-Esser (CDU) in der Antwort mit.

Konkret geht es darum, ob die oberirdischen Lager, in denen bestrahlte Brennelemente bis zu einer Endlagerung aufbewahrt werden, sicher genug sind, etwa gegen Flugzeugabstürze. Überprüft werden die zentralen Zwischenlager in Ahaus, Gorleben, Greifswald und Jülich sowie die Zwischenlager an den Atomkraftwerken Biblis, Brokdorf, Brunsbüttel, Grafenrheinfeld, Grohnde, Gundremmingen, Isar, Krümmel, Emsland, Neckarwestheim, Philippsburg und Unterweser.

Die atompolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion, Sylvia Kotting-Uhl, forderte strenge Tests. "Der Stresstest für die Atomkraftwerke war an vielen Punkten lasch", sagte sie. "Deshalb muss sowohl der Zwischenlager-Stresstest strenger ausfallen als auch die noch nicht abgeschlossene AKW-Sicherheitsüberprüfung."

Unabhängig von dem Stresstest sollen alle Zwischenlager für hoch radioaktiven Atommüll mit meterhohen Mauern nachgerüstet werden, um sie gegen mögliche Terrorangriffe besser zu sichern. Diese schon vor der Katastrophe in Fukushima verabredete Maßnahme geht auf die Empfehlungen einer Bund-Länder-Kommission zurück. Die Kosten für die Nachrüstungen haben die Betreiber zu tragen.