Die Rating-Agentur Standard & Poor's hat die Kreditwürdigkeit Griechenlands auf das Niveau eines "teilweisen Zahlungsausfalls" herabgestuft. Als Grund nannte die Agentur die Bedingungen zum von Athen mit Banken und anderen privaten Gläubigern ausgehandelten Schuldenschnitt .

Die Anleger hatten sich nach langen Verhandlungen auf EU-Ebene bereit erklärt, freiwillig auf gut die Hälfte ihres Geldes zu verzichten. Sollten nicht ausreichend private Gläubiger an dem Schuldenschnitt teilnehmen, dann können sie jedoch auch von Griechenland dazu gezwungen werden . Das wertet die Rating-Agentur als teilweisen Zahlungsausfall. Zugleich stellte Standard & Poor's Griechenland eine bessere Note in Aussicht, wenn der Schuldenerlass erfolgreich durchgeführt wird.

Bei dem Schuldenerlass sollen Banken, Versicherungen und Investmentfonds ab sofort ihre griechischen Staatsanleihen gegen neue Schuldpapiere eintauschen. Mit dem Anleihentausch will die Regierung in Athen 107 der 350 Milliarden Euro ihrer Schulden loswerden.

Die Regierung in Athen zeigte sich wenig überrascht. Der Schritt sei erwartet worden und werde dem Bankensektor keinen Schaden zufügen. Die Notenbank habe bereits entsprechende Rückstellungen gebildet, teilte das Finanzministerium mit.

Standard & Poor's hatte die Herabstufung im Januar für den Fall einer Umschuldung angekündigt und folgte nun der Rating-Agentur Fitch, die die Bonität Griechenlands in der vergangenen Woche auf die niedrigste Note vor einem Zahlungsausfall herabstufte.