Waren und Dienstleistungen kosteten im Februar durchschnittlich 2,3 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahrs, wie das Statistische Bundesamt errechnet hat. Damit ist die Inflation überraschend gestiegen. Experten rechneten bisher mit einem Wert von 2,1 Prozent wie im Vormonat Januar. Seit Dezember 2010 liegt die Inflationsrate konstant über zwei Prozent. Das ist der Schwellenwert, bis zu dem die Europäische Zentralbank (EZB) von stabilen Preisen spricht.

Grund für den überraschenden Höhenflug ist der gestiegene Energiepreis. Beispielsweise kostete Superbenzin in Hessen 9,4 Prozent mehr als im Februar 2011, Diesel wurde um 7,2 Prozent teurer. Beim Heizöl ist ein Rekordanstieg von 16,6 Prozent zu verzeichnen.

Den Preissteigerungen war ein Anstieg der Ölpreise an den Rohstoffbörsen vorausgegangen, den die Iran-Krise ausgelöst hatte. Der wegen der Schuldenkrise unter Druck stehende Euro-Kurs verteuerte die Ölimporte zusätzlich, die in Dollar abgerechnet werden.

Positives Konsumklima gefährdet

Die teuren Kraftstoffe bedrohen den steigenden privaten Konsum . Der erwartete Zuwachs des Einkommens könnte durch den hohen Ölpreis aufgezehrt werden. Trotz der Euro-Krise hat sich das Konsumklima in Deutschland positiv entwickelt. Die Bundesregierung geht in ihrem Jahreswirtschaftsbericht von einem Kaufkraftplus für 2012 aus. Das Marktforschungsinstitut GfK erwartet einen Anstieg des Privatkonsums um ein Prozent. Es soll Deutschland nach Meinung der Nürnberger Experten maßgeblich vor der Rezession retten. Zumindest ein kleines Wachstum von 0,5 Prozent soll so erzielt werden.

Auch die Verbraucherpreise sind von Januar bis Februar um rund 0,7 Prozent gestiegen. Gas, Strom und Nahrungsmittel kosteten deutlich mehr.