Die Flugfeld-Kontrolleure am Frankfurter Flughafen wollen erneut für mehrere Tage streiken. Die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) rief ihre Mitglieder dazu auf, die Arbeit von Sonntagabend 21 Uhr bis Donnerstag um 5 Uhr ruhen zu lassen.

Der Betreiber Fraport rechnete für Sonntagabend mit weitgehend normalem Flugbetrieb und erst am Montag mit Einschränkungen. Derzeit gilt zwischen 23 Uhr und 5 Uhr ohnehin ein Nachtflugverbot. Die Lufthansa kündigte an, am Montag etwa 70 Verbindungen – jeweils Hin- und Rückflug – innerhalb von Deutschland und Europa zu streichen. Etwa 80 Prozent des Flugplanes könnten aber wie geplant abgewickelt werden, darunter auch die interkontinentalen Verbindungen. Wer nicht auf andere Flüge umgebucht werden kann, soll mit der Deutschen Bahn ans Ziel gebracht werden. 

Zuvor waren neue Tarifverhandlungen zwischen dem Flughafenbetreiber Fraport und der GdF gescheitert . Beide Seiten machten sich gegenseitig für das neuerliche Scheitern verantwortlich. GdF-Sprecher Maas äußerte sich enttäuscht über das neue Angebot von Fraport. Dieses sei schlechter gewesen als das vor der Schlichtung vorgelegte und habe die etwa hundert Angestellten der sogenannten Vorfeld-Aufsicht gar nicht mehr enthalten.

Fraport erklärte, "ein gutes Angebot" vorgelegt zu haben. Arbeitsdirektor Herbert Mai teilte mit, die Forderungen der GdF nach Gehaltssteigerungen "im zweistelligen Prozentbereich" seien "durch nichts gerechtfertigt und im Hinblick auf die Vergütungen anderer Tätigkeiten an Flughäfen mit vergleichbaren Anforderungen auch nicht zu vertreten". Fraport zufolge will die GdF teils über 70 Prozent mehr Geld. Die Gewerkschaft selbst spricht von Forderungen zwischen drei und 30 Prozent über vier Jahre.

Fraport will Flugbetrieb "weitestgehend" aufrecht halten

Die Fraport AG zeigte sich bei der Ankündigung eines erneuten Streiks aber zuversichtlich, trotzdem "den Flugbetrieb weitestgehend aufrecht zu halten".

Zuvor hatten die 200 Flugfeld-Kontrolleure den Großflughafen bereits mit mehrtägigen Streiks teilweise lahmgelegt . Insgesamt fielen dadurch mehr als 1.200 Flüge aus. Fraport hatte mit eigens geschulten Ersatzmannschaften dagegengehalten und die Auswirkungen des Streiks gemindert. Mehr als 80 Prozent der Flugbewegungen hätten stattgefunden, teilte Fraport mit. Bei internationalen Flügen habe es keine Einschränkungen gegeben.

Das von den Tarifverhandlungen betroffene Vorfeldpersonal ist eine kleine Berufsgruppe, die jedoch eine zentrale Rolle am Flughafen einnimmt. Sie weist Flugzeugen ihre Parkpositionen zu oder lotst sie dorthin.