Die deutsche Wirtschaft kann ihr Wachstum in den kommenden Jahren nur durch die Zuwanderung von jährlich etwa 200.000 Arbeitskräften beibehalten, teilt die Bundesbank in ihrem Monatsbericht für April mit. Deutschland werde in den kommenden Jahren mit "spürbaren demografischen Belastungen konfrontiert" sein.

Die Erwerbsbevölkerung verringere sich und werde altern, so die Bundesbank . Jedoch könne ein Wachstum der Wirtschaft von 1,25 Prozent pro Jahr durch "geeignete Reformschritte" im Wesentlichen gehalten werden.

Ein Weg zu Stabilisierung des Arbeitsmarktes sei die "Verstärkung bedarfsgerechter Zuwanderung". Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes zogen im vergangenen Jahr rund 177.300 Menschen aus dem Ausland nach Deutschland , vorwiegend aus Ländern Zentral- und Osteuropas . Neben der Zuwanderung aber müsse auch die Erwerbsbeteiligung der Bevölkerung gesteigert werden, heißt es in dem Bericht der Bank. Daneben sei es nötig, durch verbesserte Qualifikation von Arbeitskräften und technischen Fortschritt die Produktivität zu steigern. Investitionen müssten "auf hohem Niveau" bleiben.

Notenbank fordert zudem mehr Kinderbetreuungseinrichtungen

Das Niveau der aktuellen Konjunkturlage sieht die Bundesbank schon jetzt in Gefahr. Derzeit fehle es "erkennbar an konjunkturellem Schwung", schreiben die Experten der Bank. Demnach dämpfte der kalte Februar die Wirtschaftsproduktivität und die Produktion am Bau brach ein: "Die Industrie erreichte auch nach dem Jahreswechsel 2011/2012 nicht das hohe Aktivitätsniveau des letzten Sommers".

Insgesamt bescheinigte die Notenbank der deutschen Wirtschaft jedoch eine "gute Grundkonstitution". Mit Blick auf die kommenden Monate gibt beispielsweise das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) eine positivere Einschätzung: Laut IW-Direktor Michael Hüther könnte der Aufschwung bis ins nächste Jahr anhalten.

Laut der Bundesbank wirkt es sich zudem mildernd auf den Arbeitskräftemangel aus, dass der Anteil älterer Erwerbstätiger steige und immer mehr Menschen länger arbeiteten. Zudem könne die Arbeitsleistung der Bevölkerung wachsen, wenn etwa das Angebot an Kinderbetreuungseinrichtungen ausgebaut werde und so die Vereinbarkeit von Familie und Beruf gesteigert würde.