Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich zum sechsten Mal in Folge verbessert. Mit einem Plus von 0,1 Punkten von 109,8 auf 109,9 Punkte stieg der ifo-Geschäftsklimaindex minimal, wie das Münchner Institut mitteilte. Das kommt überraschend: Von der Nachrichtenagentur Reuters zuvor befragte Ökonomen hatten einen Rückgang auf 109,5 Punkte erwartet.

Besonders in der Industrie zeigten sich die Firmenchefs optimistischer. Sie sei eindeutig "der Treiber", sagte ifo-Forscher Klaus Wohlrabe. Institutspräsident Hans-Werner Sinn ergänzte, die Unternehmen lasteten ihre Kapazitäten stärker aus. Die Zahl ihrer Beschäftigten wollen die Unternehmen allerdings etwas behutsamer erhöhen als im vergangenen Monat.

Auf dem Bau dagegen kühlte sich die Stimmung ab. Die befragten Bauunternehmer berichten von einer leicht verschlechterten Geschäftslage, für die nähere Zukunft sind sie überwiegend nicht mehr optimistisch. Die Einzelhändler berichten von einer schlechteren Geschäftslage, aber besseren Aussichten. Die Großhändler schätzen ihre Lage genau umgekehrt ein.

Sorgen um die kriselnden Euro-Staaten Spanien und Italien haben zuletzt für Unruhe an den Finanzmärkten gesorgt. Ungeachtet der erwarteten Rezession im Euro-Raum sagen die führenden Forschungsinstitute der deutschen Wirtschaft in diesem Jahr ein Wachstum von 0,9 Prozent vorher. 2013 soll es sich auf zwei Prozent beschleunigen. In diesem Zeitraum sollen rund 800.000 neue Jobs entstehen.