Jean-Claude Juncker hat seine Absicht bekräftigt, den Vorsitz der Euro-Finanzminister niederzulegen. "Ja, dabei bleibt es", sagte er der ZEIT. Er hatte im Januar signalisiert, den Posten abzugeben. Seine Amtszeit endet im Juni. Es galt in Brüssel aber bisher nicht als ausgeschlossen, dass er bis 2014 weitermacht.

Nun steigt die Chance von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble, ihm in das einflussreiche Amt zu folgen. Nach Angaben aus europäischen Regierungen gilt Schäuble als wahrscheinlichster Nachfolger Junckers, falls dieser nicht mehr zur Verfügung steht.

Schäuble selbst hatte sich Mitte März dafür ausgesprochen, dass der Nachfolger aus einem Euro-Staat mit einem AAA-Rating kommen sollte – der höchsten Bewertung der Kreditwürdigkeit bei den internationalen Rating-Agenturen. Das sind außer Deutschland noch Luxemburg, Finnland und die Niederlande.

Die Bundesregierung hatte sich offen dafür gezeigt, dass Juncker weitermacht. Denn übernimmt Schäuble das Amt, fällt er als Triebkraft der Konsolidierungsbestrebungen in der Haushalts- und Finanzpolitik der EU-Staaten weg. Denn auf Junckers Posten müsste er moderieren. Bisher konnte er als Vertreter der stärksten Wirtschaftsmacht im Euro-Raum diesen Prozess stark beeinflussen.