Bei Abfindungen für gekündigte Schlecker-Mitarbeiter soll es laut Insolvenzverwaltung entgegen der Aussage einer Anwältin der eigenen Kanzlei kein einheitliches Angebot geben. "Das sind Einzelfallentscheidungen", sagte der Sprecher der Insolvenzverwaltung, Peter Hacker. Damit dementierte er Aussagen der Rechtsanwältin, die vor Gericht die Summe von 500 Euro als "Leitfaden für alle Schlecker-Fälle" angegeben hatte. Es gebe dazu keinen Leitfaden, hieß es von der Insolvenzverwaltung von Arndt Geiwitz.

Die Anwältin hatte diese Summe am Mittwoch im Arbeitsgericht Ulm bei Güteverhandlungen mit zwei klagenden Ex-Schlecker-Beschäftigten angeboten, wie der zuständige Richter Nikolaus Zimmermann bestätigte. "Wenn sich beide Parteien darauf einigen, wäre der schwierig zu führende Prozess abgewendet", sagte Zimmermann. Die Summe sei "natürlich nicht viel", über die Annahme hätten jetzt die Klagenden zu entscheiden.

Bundesweit haben nach bisherigen Angaben der Gerichte mehr als 1.500 Ex-Schlecker-Beschäftigte gegen ihren früheren Arbeitgeber geklagt. Ende März war im Zuge der Insolvenz der Drogeriekette 10.000 Mitarbeitern gekündigt worden. Insolvenzverwalter Geiwitz befürchtet bei einer "hohen Zahl" an Klagen eine abschreckende Wirkung auf potenzielle Investoren .