Die zuletzt spürbare Erholung am US-Arbeitsmarkt ist ins Stocken geraten. Die schwächelnde Wirtschaft schaffte im März mit 120.000 Jobs deutlich weniger neue Stellen als von Experten gehofft. Dies ergaben die jüngsten vom Arbeitsministerium veröffentlichten Daten. Experten hatten zuvor mit einem Stellenplus von 203.000 gerechnet.

Die Arbeitslosenquote sank zwar leicht von 8,3 Prozent auf 8,2 Prozent und damit auf den niedrigsten Stand seit Januar 2009, doch der Hauptgrund für die verbesserte Statistik war, dass viele Arbeitslose ihre Jobsuche ganz aufgegeben hatten. Die Befragung der Haushalte, auf der die Berechnung der Quote beruht, ergab ebenfalls einen Rückgang der Beschäftigung.

Damit fiel die Arbeitslosenquote zwar auf den geringsten Wert in der Amtszeit von US-Präsident Barack Obama , Experten zufolge könnte sie für ihn aber dennoch zum Stolperstein im Kampf um die Wiederwahl werden. Seit dem Zweiten Weltkrieg wurde noch kein Präsident im Amt bestätigt, unter dessen Ägide die Arbeitslosigkeit bei acht Prozent lag. "Es gibt noch mehr Arbeit zu erledigen", räumte der ökonomische Chefberater des Weißen Hauses, Alan Krueger, ein.

Der Wirtschaftsberater im Weißen Haus, Gene Sperling, äußerte sich ähnlich. Er sagte, die Daten zeigten, dass sich die Wirtschaft verbessere, aber eben auch noch ein weiter Weg vor dem Land liege. Obamas wahrscheinlicher republikanischer Herausforderer Mitt Romney bezeichnete den Arbeitsmarktbericht als "sehr beunruhigend". "Nach drei Jahren im Amt gehen Obama die Ausreden aus", sagte Romney .

Obama erbte bei seinem Amtsantritt Anfang 2009 die schwerste Wirtschaftskrise seit der großen Depression, in deren Zuge fast neun Millionen Jobs vernichtet worden waren. Seit gut zwei Jahren nimmt die Zahl neuer Stellen zwar ohne Unterlass zu, doch insgesamt wurden erst gut vier Millionen wieder aufgebaut.