Die ehemalige Chefin des amerikanischen Internetkonzerns Yahoo , Carol Bartz , hat bei ihrer Entlassung im vergangenen Jahr eine Abfindung von insgesamt mehr als 16 Millionen Dollar (etwa zwölf Millionen Euro) erhalten. Das geht aus einem Dokument hervor, dass das Unternehmen am gestrigen Freitag der Börsenaufsicht übergab. Zusätzlich zu ihrem Grundgehalt von 735.000 Dollar erhielt sie demnach eine Prämie von etwa drei Millionen Dollar, außerdem Yahoo-Aktien im Wert von mehr als 9,4 Millionen Dollar sowie Optionen für den Kauf von Aktien in Höhe von 2,6 Millionen Dollar.

Die Trennung war lautstark über die Bühne gegangen. "These people fucked me over", hatte Bartz nach ihrem Rausschmiss gesagt, was übersetzt soviel bedeutet wie: "Diese Leute haben mich verarscht." Verwaltungsratschef Roy Bostock hatte ihr damals am Telefon das Kündigungsschreiben vorgelesen . Sie entgegnete ihm nach eigenem Bekunden: "Ich dachte, du hättest mehr Klasse."

Der Ton bleibt rau. Der Verwaltungsrat habe Bartz als Firmenchefin "entfernt", um das Unternehmen voranzubringen, heißt es in der Börsenmitteilung wörtlich. Ihr wird angelastet, dass Yahoo im einträglichen Werbegeschäft gegenüber Google oder Facebook zurückgefallen ist. Die Konsequenz: Anders als bei ihren Managementkollegen wurde weder Batz' Grundgehalt aufgestockt, noch erhielt sie einen Bonus wegen ihrer persönlichen Leistung.

Beim Antritt ihres Chefpostens bei Yahoo im Jahr 2009 hatte Bartz 47,2 Millionen Dollar erhalten, im kommenden Jahr sank diese Entlohnung auf elf Millionen Dollar. Wie bei Spitzenmanagern üblich, setzt sich das Gehaltspaket aus einer Vielzahl an Einzelposten zusammen. Das Grundgehalt macht dabei den kleinsten Teil aus. Wertvoll sind vor allem die Aktien und Aktienoptionen.