Deutschland muss für die längerfristige Schuldenaufnahme erstmals in der Geschichte keine Zinsen zahlen. Die Bundesrepublik gab Staatsanleihen mit zweijähriger Laufzeit mit einer durchschnittlichen Rendite von 0,0 Prozent aus. Das teilte die Finanzagentur des Bundes mit.

Insgesamt seien sogenannte Bundesschatzanweisungen im Volumen von 4,55 Milliarden Euro verkauft worden. Investoren hätten sogar für Anleihen im Gesamtwert von 7,74 Milliarden Euro geboten. Das heißt, Deutschland hätte deutlich mehr Anleihen verkaufen können.

Bereits zu Jahresanfang hatte die Bundesrepublik Anleihen mit einem Jahr Laufzeit bei einer Rendite knapp über der Nullmarke ausgegeben – und Titel mit sechs Monaten Laufzeit sogar mit einer negativen Rendite. Das heißt: Investoren mussten fürs Geldanlegen dem Bund sogar Geld zahlen.

In der Euro-Krise sehen Investoren im Kauf deutscher Staatsanleihen eine sichere Geldanlage und nehmen deswegen auch den Verzicht auf Zinsen in Kauf. Bei anderen Ländern gibt es Zweifel, ob sie ihre Schulden zurückzahlen können. Da Lebensversicherungen oder Rentenkassen rechtlich dazu gezwungen sind, große Teile des Geldes ihrer Kunden in Staatsanleihen zu investieren, sind deutsche Anleihen besonders gefragt.

Euro-Krisenländer wie Spanien , Griechenland und Italien müssen wegen der Unsicherheit über alle Laufzeiten hinweg viel höhere Zinsen als Deutschland bieten, um frisches Kapital zu bekommen.