Quintini: Die Politik in Spanien versucht seit Längerem, die Zahl der Zeitverträge zu senken. Bisher hatte sie nur begrenzten Erfolg. Aber das Problem ist erkannt. In Spanien, Italien und Frankreich wird schon lange über einheitliche Arbeitsverträge diskutiert.

ZEIT ONLINE: Was muss noch passieren?

Quintini: Die Arbeitskosten müssten sinken. Entweder durch staatliche Subventionen für Unternehmen, die junge Arbeitnehmer einstellen. Oder indem man den Firmen die Möglichkeit gibt, jungen Leuten, die für ihren Job noch geschult werden müssen, Löhne unterhalb der geltenden Mindestlohngrenzen zu zahlen.

ZEIT ONLINE: Niedrigstlöhne schaffen Arbeitsplätze?

Quintini: Wenn man den Mindestlohn als Instrument im Kampf gegen die Armut betrachtet, könnte man argumentieren, dass jungen Leuten, die noch keine eigene Familie ernähren müssen, ein Sub-Mindestlohn gezahlt werden darf. Dennoch muss man natürlich sehr aufpassen. Ein Niedrigstlohn dürfte nur an junge Arbeitnehmer mit sehr schlechten Qualifikationen gezahlt werden.

Weder Subventionen noch Sub-Mindestlöhne sind perfekt. Aber wir müssen anerkennen, dass Arbeitgeber beträchtliche Anstrengungen unternehmen müssen, um schlecht qualifizierte junge Leute zu schulen – und das könnte ein Grund sein, sie nicht zum üblichen Lohn einzustellen.