Die amerikanische Rating-Agentur Moody's hat die Kreditwürdigkeit von 16 spanischen Banken gesenkt, darunter von Banco Santander und BBVA. Belastet wurde ihre Bonität laut Moody's unter anderem von der Rezession in Spanien , der andauernden Immobilienmarkt-Krise und der hohen Arbeitslosigkeit.

Die Herabstufung löste auf dem japanischen Aktienmarkt deutliche Verluste aus. Erst am Montag hatte Moody's die Bewertung von 26 italienischen Banken herabgesetzt. Darunter waren auch Branchengrößen wie UniCredit und Intesa Sanpaolo.

Auch Griechenland wurde herabgestuft. Die Rating-Agentur Fitch senkte die Langfrist-Bewertung auf CCC von zuvor B-. Als Grund nannte Fitch die Gefahr, dass das Land die Euro-Zone verlassen könnte. Das Scheitern einer Regierungsbildung zeige die mangelnde öffentliche und politische Unterstützung für das Sparprogramm. Sollten auch die Neuwahlen im Juni keine sparwillige Regierung hervorbringen, wäre ein Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone "wahrscheinlich".

IWF friert Kontakte nach Griechenland ein

Währenddessen wurde bekannt, dass der Internationale Währungsfonds ( IWF ) als Kreditgeber seine offiziellen Kontakte zu Griechenland bis zu den Neuwahlen eingefroren hat. Die IWF-Experten würden erst nach der Wahl am 17. Juni nach Athen zurückkehren und nicht mit der Übergangsregierung zusammenarbeiten, sagte ein IWF-Sprecher.

Die griechischen Parteien, die den Sparkurs unterstützen, können einer Umfrage zufolge wieder auf eine parlamentarische Mehrheit hoffen. In der neuen Erhebung des Instituts Marc kamen die konservative Nea Dimokratia und die sozialistische Pasok auf genügend Mandate, um eine Regierungskoalition zu bilden. Zuletzt hatte das radikale Linksbündnis Syriza, das den Sparkurs ablehnt, in Umfragen vorn gelegen. Die Nea Dimokratia erreicht laut der Marc-Umfrage derzeit 26,1 Prozent der Wählerstimmen, gefolgt von Syriza mit 23,7 Prozent und Pasok mit 14,9 Prozent. Der Erstplatzierte erhält 50 Bonus-Sitze in dem 300-köpfigen Parlament.

Merkel konferierte mit Hollande, Monti, Cameron

Die sich verschärfende Euro-Krise war auch Thema einer Videokonferenz, die Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit mehreren europäischen Regierungschefs und der EU-Spitze abhielt. Mit dabei waren unter anderem der neue französische Präsident François Hollande , Italiens Regierungschef Mario Monti und der britische Premier David Cameron .

Regierungssprecher Steffen Seibert sagte hinterher, es habe "hohe Übereinstimmung" darüber gegeben, dass sowohl eine strenge Haushaltspolitik als auch Wachstumsimpulse nötig seien. Die beiden Punkte seien "keine Gegensätze".