Der Ausgang der Wahlen in Griechenland und Frankreich hat zu Kursverlusten an den Finanzmärkten geführt. Vor allem die schwierige Regierungsbildung in Athen drückte die Aktienkurse und belastete den Euro. Investoren trieb die Sorge um, dass nun erneuter Streit um den Sparkurs in der Euro-Zone bevorstehen könnte.

Konservative und Sozialisten können in Griechenland weder alleine noch zusammen weiter regieren . Bisher hat sich noch keine weitere Partei bereit erklärt, eine neue Regierung zu ermöglichen, die den bisherigen Sparkurs umsetzt. "Im neuen griechischen Parlament gibt es keine Mehrheit mehr für den mit IWF und EU vereinbarten Konsolidierungskurs", sagte Commerzbank-Experte Christoph Weil.

Besonders schwere Verluste verzeichnete der griechische Aktienmarkt. Der Leitindex in Athen büßte mehr als 7 Prozent an Wert ein. Der FTSE/ASE 20, der die 20 größten börsennotierten Unternehmen des Landes umfasst, brach sogar um mehr als 9 Prozent ein. Damit markierte er den tiefsten Stand seit Oktober 2008. Am schlimmsten traf es die Aktien griechischer Finanzinstitute, die prozentual zweistellige Kursverluste erlitten.

Dax sinkt auf ein Dreimonatstief

In Deutschland fiel der Dax auf ein Dreimonatstief . Im Handelsverlauf erholte sich der deutsche Leitindex aber wieder etwas von seinen noch deutlicheren Verlusten im frühen Handel. Gegen Mittag sank er um relativ moderate 1,03 Prozent auf 6.494 Punkte.

Stark unter Druck geriet auch der Euro. Die Gemeinschaftswährung fiel im asiatischen Handel zeitweise bis auf 1,2962 US-Dollar, nachdem der Kurs am Freitag noch deutlich über der Marke von 1,31 US-Dollar notiert hatte. Zuletzt erholte sich der Euro etwas und wurde mit 1,3011 Dollar gehandelt.

Die Reaktion an den Anleihemärkten blieb eher verhalten. So legten die französischen Kurse sogar zu, die Rendite der zehnjährigen französischen Staatsanleihe fiel leicht. In Italien und Spanien löste die zunehmende Verunsicherung hingegen steigende Risikoaufschläge bei den Anleihen aus.

Nach den Wahlen sieht Berenberg-Chefvolkswirt Holger Schmieding die Euro-Rettung vor neuen Hürden. "Es ist eine prekäre Situation, die vor allen Dingen erfordert, dass Deutschland und Frankreich möglichst rasch auf eine gemeinsame Linie kommen und den Märkten signalisieren, dass sie die Lage in Europa unter Kontrolle halten werden – und zwar egal, wie es in Griechenland ausgehen wird", sagte Schmieding.