ARD und ZDF haben ihre Verträge mit den größten Kabelnetzbetreibern in Deutschland zum Jahresende gekündigt. Sie wollen nicht mehr dafür bezahlen, dass ihre Programme in die Netze eingespeist werden. Die Intendantin des Mitteldeutschen Rundfunks ( MDR ), Karola Wille, sagte, es sei "historisch begründet gewesen", dass die Sender sogenannte Einspeiseentgelte an die Kabelnetz-Betreiber bezahlten. Diese Regelung stamme aus der Zeit, als die frühere Bundespost die Kabelinfrastruktur mit Unterstützung der Programmveranstalter aufgebaut habe.

Spätestens mit Übernahme der Kabelnetze durch Finanzinvestoren sei eine Alimentierung aus den Gebührentöpfen der Rundfunkanstalten aber nicht mehr marktgerecht, argumentierte Wille.

Auch ZDF-Intendant Thomas Bellut sagte, es sei nicht mehr zu rechtfertigen, dass Gebühren an Unternehmen gezahlt werden, die mit der Vermarktung der öffentlich-rechtlichen Programme gutes Geld verdienten.

Betroffen sind mehrere Millionen Haushalte, die ihre Angebote von Kabel Deutschland , Unitymedia und Kabel BW erhalten. Eine genaue Zahl ist schwer zu ermitteln. Die Ausgaben, die ARD, ZDF, aber auch kleinere Sender wie Arte für die Kabeleinspeisung entrichten, werden auf etwa 60 Millionen Euro pro Jahr geschätzt.

Bei der sogenannten Bedarfsanmeldung für ihre Etats in der neuen Gebührenperiode ab 2013 hatten ARD und ZDF die Kabeleinspeisungskosten nicht mehr angegeben, was auf eine Kündigung der Verträge mit den Kabelfirmen hindeutete.