Sorgen um eine weitere Verschärfung der Euro-Schuldenkrise und eine Verschlechterung der Weltkonjunktur haben den Deutschen Aktienindex ( Dax ) erstmals seit Anfang des Jahres deutlich fallen lassen, zeitweise um bis zu 1,6 Prozent auf 5.953 Punkte gegenüber dem Handelsschluss am Freitag. Zuletzt hatte er Anfang Januar unterhalb dieser Marke notiert.

Seit seinem Jahreshoch von Mitte März verlor der Leitindex damit mehr als 17 Prozent. Auch in Spanien fiel das Leitbarometer Ibex-35 unter die Marke von 6.000 Punkten. Die Kurse sanken um rund 1,23 Prozent auf 5990,7 Punkte. Damit notierte der spanische Leitindex erstmals seit 2003 wieder unter der 6.000-Punkte-Marke.

Der negative Trend an den Märkten wirkt sich auch auf die Ölpreise aus. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Juli-Lieferung kostete 96,94 US-Dollar. Das sind 1,49 Dollar weniger als zu Börsenschluss am Freitag. Damit kostet Rohöl zurzeit so wenig wie seit Oktober vergangenen Jahres nicht mehr. Allein seit Anfang Mai haben die Ölpreise um rund zwanzig Prozent nachgegeben.

Wirtschaft schwächelt weltweit

Grund für die schlechte Stimmung an den Börsen ist nicht zuletzt die Bankenkrise Spaniens . Die Regierung in Madrid versucht derzeit, den schwächelnden Finanzsektor des Landes mit Milliardenhilfen zu stützen. Fraglich ist jedoch, ob Spanien dies aus eigener Kraft schaffen kann oder europäische Hilfen in Anspruch nehmen muss. Aufgrund leerer öffentlicher Kassen, einer schwachen Konjunktur sowie hoher Arbeitslosigkeit gilt es als möglich, dass das Land vom Euro-Rettungsschirm gestützt werden muss.

Laut Händlern wirkten vor allem die überraschend schlechten US-Arbeitsmarktdaten nach. Die US-Wirtschaft schuf so wenig neue Stellen wie seit einem Jahr nicht mehr. Der US-Leitindex Dow-Jones-Index schloss am Freitag bereits mit einem Minus von 2,2 Prozent bei 12.118 Punkten. Auch chinesische Konjunkturdaten dämpften die Kauflaune. Das Wachstum im Dienstleistungssektor hat sich nach offiziellen Daten den zweiten Monat in Folge verlangsamt.