Bundespräsident Joachim Gauck hat angesichts der Milliardenausgaben für die Förderung erneuerbarer Energien davor gewarnt, die Energiewende in einer Form von Planwirtschaft umzusetzen. "Es wird uns nicht gelingen, allein mit planwirtschaftlichen Verordnungen. Schon gar nicht mit einem Übermaß an Subventionen", sagte Gauck zur Eröffnung der Woche der Umwelt . Es gebe keinen besseren Nährboden für Problemlösungen als eine Gesellschaft mit offenen Märkten und freiem Wettbewerb.

Gauck sagte aber zugleich, dass ein verlässlicher politischer Rahmen gesetzt werden müsse, damit Schädliches vermieden und Gewünschtes erreicht werde. Der Bundespräsident kritisierte mit Blick auf Umweltschäden, wie sie etwa durch fossile Energieträger oder die Nutzung der Atomkraft entstehen können, die Abwälzung der Kosten auf die Verbraucher: "Marktwirtschaftliche, wachstumsfreundliche Umweltpolitik heißt für mich, dass Kosten für Umweltbelastungen und Umweltrisiken den Verursachern in Rechnung gestellt werden und nicht den Steuerzahlern." Es könne nicht sein, dass solche Kosten der Generation der Enkelkinder aufgebürdet werden. "Eine solche Haltung wäre schlicht verantwortungslos."

Der Bundespräsident pries die großen Chancen umweltfreundlicher Technologien. Angesichts des drohenden Klimawandels hoffe er, dass es beim UN-Nachhaltigkeitsgipfel Mitte Juni in Rio de Janeiro zu Fortschritten komme. "Es ist keine Fiktion, dass eine folgenschwere Erderwärmung auf uns zukommt", sagte Gauck.

Die Woche der Umwelt wird vom Bundespräsidenten und der Deutschen Bundesstiftung Umwelt veranstaltet. 200 Vereine, Initiativen, Unternehmen und Forschungseinrichtungen präsentieren dabei im Schloss Bellevue Projekte, Technologien und Produkte aus dem Umweltbereich. In 80 Gesprächsrunden wird über Schlüsselfragen der Klima- und Umweltschutzpolitik diskutiert. Es werden etwa 12.000 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft erwartet, auch Umweltminister Peter Altmaier ( CDU ) kam zur Eröffnung.