Nach Irland, Portugal und Griechenland will nun auch Spanien Finanzhilfe aus dem europäischen Rettungsfonds in Anspruch nehmen. Mit dem Geld sollen die angeschlagenen spanischen Banken gestützt werden. Doch wie viel bleibt danach noch übrig, etwa für den Fall, dass Spanien noch mehr Unterstützung braucht oder – wie jetzt Österreichs Finanzministerin Maria Fekter andeutete – vielleicht auch Italien Hilfe benötigt?

Der im Juni 2010 eingeführte Rettungsfonds EFSF – eine von den Mitgliedstaaten der Euro-Zone ins Leben gerufene Zweckgesellschaft – nimmt am Kapitalmarkt Geld auf und gibt es als Hilfskredite an überschuldete Euro-Länder weiter. Für die Kredite bürgen die Euro-Staaten. Der Kreditrahmen der EFSF beträgt insgesamt 440 Milliarden Euro. Der Internationale Währungsfonds (IWF) stellt 250 Milliarden Euro zur Verfügung, weitere 60 Milliarden Euro an Krediten vergibt die Europäische Union über die EU-Kommission. Alles in allem standen zu Beginn also 750 Milliarden Euro bereit.

Seitdem haben mehrere Länder Finanzhilfen beantragt und erhalten (siehe Grafik). Irland bekam im November 2010 insgesamt 62,7 Milliarden Euro von EU, IWF und EFSF zugesagt, Portugal beantragte im April 2011 Kredite im Umfang von 78 Milliarden Euro. Das zweite Griechenland-Paket, im März 2012 beschlossen, umfasst insgesamt 172,7 Milliarden Euro. Das erste Rettungspaket für die Griechen wurde noch vor Einführung des Rettungsfonds im April 2010 beschlossen.

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Die vergebenen Gelder verringern den Kreditumfang des Euro-Rettungsschirms erheblich. Von den 750 Milliarden Euro wurden 313,4 Milliarden ausbezahlt oder zugesagt. Damit sind noch 436,6 Milliarden Euro im Topf – vor dem in Kürze erwarteten Antrag aus Spanien. Am Wochenende haben die Euro-Länder Spanien bis zu 100 Milliarden Euro zugesichert. Damit schrumpft das verfügbare Volumen auf 336,6 Milliarden Euro.

Das heißt: Vom ursprünglich verfügbaren Kreditrahmen sind dann rund 55 Prozent verbraucht. Die Hilfe für Spanien muss Europa – anders als bei Irland, Portugal und Griechenland – alleine stemmen. Der IWF wird sich wohl nicht daran beteiligen. Allein im EFSF verblieben dann von den einst 440 Milliarden lediglich 151,6 Milliarden Euro. "Sollten Spanien und Italien größere Probleme haben und Kredite benötigen, reichen die verfügbaren Summen hinten und vorne nicht", sagt der Wirtschaftsweise Peter Bofinger. Spanien ist die viertgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone, Italien die drittgrößte.