Spanien hat für seine Entscheidung, Hilfen aus dem Euro-Rettungsfonds zu beantragen, international viel Zustimmung bekommen.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble ( CDU ) würdigte "die Entschlossenheit der spanischen Regierung". Das Land "als Ganzes" sei dank eingeleiteter Reformen "auf einem guten Weg". In der ARD-Sendung Tagesthemen sagte Schäuble zudem, er sehe keine Notwendigkeit für weitere Rettungsaktionen . Er stellte jedoch auch klar, dass Spanien das Geld zurückzahlen müsse. "Dafür haftet Spanien", sagte er.

Frankreichs Finanzminister Pierre Moscovici sagte, es sei "eine gute Übereinkunft" erzielt worden. "Das ist ein sehr starkes Signal der Solidarität." Sein britischer Kollege George Osborne forderte von der Euro-Zone weitere Schritte zur Konsolidierung.

IWF-Chefin Christine Lagarde nannte den Schritt Spaniens in einer Erklärung eine glaubwürdige Absicherung. Sie lobte den Beschluss der Euro-Finanzminister, Spanien unter den Rettungsschirm zu lassen. "Das ergänzt die Maßnahmen der spanischen Regierung der vergangenen Wochen, das Bankensystem zu stabilisieren", hieß es in einer Erklärung. Den schwächeren Teil des spanischen Finanzsystems zu rekapitalisieren, decke sich mit den Empfehlungen des IWF aus dem jüngsten Stabilitätsreport über die Banken des Landes. "Der IWF ist bereit, die Umsetzung und die Überwachung der finanziellen Hilfen durchzuführen", sagte Lagarde.

EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso und EU-Währungskommissar Olli Rehn sagten, Spanien könne nun das Vertrauen der Finanzmärkte zurückerlangen.

Der spanische Regierungschef Mariano Rajoy zeigte sich "sehr zufrieden" mit der Bereitschaft der Euro-Zone zu Finanzhilfen. "Die Glaubwürdigkeit des Euro hat gewonnen, seine Zukunft und die Europäische Union ", sagte Rajoy. Auf die Frage, ob er unter Druck gesetzt worden sei, Hilfen zu beantragen, sagte Rajoy: "Niemand hat Druck auf mich ausgeübt. Ich weiß nicht, ob ich das sagen sollte, aber ich war derjenige, der Druck gemacht hat, weil ich eine Kreditlinie wollte, die ein wichtiges Problem für uns hier löst." Seine Regierung hatte bis zuletzt öffentlich dementiert, Hilfen zu benötigen.

Auch in den USA wurde der Schritt Spaniens mit Erleichterung aufgenommen: Finanzminister Timothy Geithner sagte, die Entscheidung sei "wichtig für die Gesundheit der spanischen Wirtschaft". Zudem seien es konkrete Schritte auf dem Weg zu einer Fiskalunion, die grundlegend für die Widerstandsfähigkeit der Euro-Zone sei, sagte Geithner. Die ersten Reaktionen an der Wall Street fielen ebenfalls positiv aus.

Summe und Konditionen des Kredits noch nicht verhandelt

Spanien hat am Samstagabend beschlossen, um finanzielle Unterstützung der EU zu bitten. Die Euro-Gruppe sagte die Hilfe bereits zu.  Es könnte sich um eine Summe von bis zu 100 Milliarden Euro handeln. Ein genauer Betrag steht jedoch noch nicht fest, auch die Bedingungen zu denen Spanien das Geld erhält, sind nicht festgelegt. Spanien ist finanziell in Bedrängnis, weil sein Bankensektor kurz vor dem Zusammenbruch steht. Das Land verfügt nicht über genügend Geld, um seine Banken zu rekapitalisieren.

Spanien ist nach Griechenland , Irland und Portugal das vierte Land, das Unterstützung aus dem Euro-Rettungsfonds erhält. Anders als bei Griechenland soll der Kredit jedoch nicht an strenge Sparauflagen geknüpft werden, weil das Geld ausschließlich für den Finanzsektor eingesetzt wird.