Die spanische Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen gegen die hochverschuldete Großbank Bankia aufgenommen. Die Untersuchung wird von der Anti-Korruptionseinheit geleitet. Die Ermittler wollten herausfinden, ob bei der Gründung von Bankia vor etwa einem Jahr gegen Gesetze verstoßen wurde. Die Staatsanwaltschaft habe bereits Unterlagen bei Bankia und der spanischen Zentralbank angefordert.

Die viertgrößte Bank Spaniens steht im Zentrum der Finanzkrise des Landes . Die spanische Regierung musste Bankia bereits mit 4,5 Milliarden Euro stützen – die Bank hatte eine große Zahl an nicht gedeckten Immobilienkrediten in ihrer Bilanz. Inzwischen bat Bankia die Regierung in Madrid um weitere 19 Milliarden Euro an Finanzhilfen .

Die Großbank war Anfang 2011 aus dem Zusammenschluss der Sparkassen Caja Madrid und Bancaja mit fünf kleineren Banken hervorgegangen. Bis vor einem Monat wurde Bankia vom früheren Generaldirektor des Internationalen Währungsfonds ( IWF ), Rodrigo Rato , geführt.

Eine rechtsgerichtete Gruppierung hatte bei einem Gericht in Madrid bereits ein Klagegesuch gegen Rato und den Zentralbankchef Miguel Angel Fernández Ordóñez eingereicht. Auch ein Zusammenschluss von Kleinaktionären und Vertreter der Protestbewegung der Empörten kündigten Klagen an.