Die Rating-Agentur Fitch hat den USA gedroht, deren Kreditwürdigkeit herabzustufen. Sollte bis 2013 kein glaubwürdiger Konsolidierungsplan vorliegen, würden die USA ihr Toprating AAA verlieren, sagte der für Länderanalysen zuständige Ed Parker. Großbritannien , Frankreich , Deutschland und andere Länder mit Bestnote hätten glaubwürdige Pläne vorzuweisen. Großbritannien droht allerdings ebenfalls eine Herabstufung, sollte sich die britische Wirtschaft weiter spürbar abschwächen.

US-Notenbankchef Ben Bernanke warnte ebenfalls vor Risiken für die US-Wirtschaft . Die Lage in Europa stelle ein "signifikantes" Risiko für das Finanzsystem und die Wirtschaft der USA dar, sagte Bernanke zum Auftakt einer Kongressanhörung. Im Fall einer "Eskalation des finanziellen Stresses" sei die Federal Reserve (Fed) aber handlungsbereit, wenn dies zum Schutz des US-Finanzsystems und der Wirtschaft nötig sei.

Dass Bernanke sich nicht auf konkrete Maßnahmen festlegen wollte, führt an den Märkten zu Verlusten. Der Euro fiel nach den Äußerungen des Notenbankchefs und auch die US-Aktienmärkte verringerten ihre Gewinne. Bernankes Stellvertreterin Janet Yellen hatte zuvor für neue Konjunkturstützen plädiert und damit Hoffnungen auf eine geldpolitische Lockerung der US-Zentralbank noch im Juni geweckt.

Risiken: Immobilienmarkt und Euro-Krise

Die US-Wirtschaft sieht der Notenbankchef grundsätzlich auf einem moderaten Wachstumspfad. Als Beleg dafür nannte er vor allem anhaltende Zuwächse bei den Ausgaben der US-Haushalte. Es gebe aber weiterhin Hindernisse auf dem Weg der Erholung. Dazu zähle trotz jüngster ermutigender Anzeichen der Immobilienmarkt. Hinzu komme die Krise in Europa , die sich belastend auf US-Exporte und die Zuversicht bei Verbrauchern sowie Geschäftsleuten ausgewirkt habe.

Auf Fragen, was die USA tun könnten, um ein Übergreifen der Krise zu verhindern, empfahl Bernanke dem Kongress, die eigene Wirtschaft zu stärken und damit widerstandsfähiger zu machen . Der Notenbank-Chef warnte zugleich vor den Folgen drastischer Sparmaßnahmen im US-Haushalt. Sie drohen im kommenden Jahr automatisch zu beginnen, wenn sich der Kongress vorher nicht noch dagegen entscheidet oder selbst finanzielle Einschnitte festlegt.