Europa muss nach den Worten von US-Präsident Barack Obama viel entschlossener gegen die Euro-Krise kämpfen. Er glaube zwar nicht, dass die Europäer ein Auseinanderbrechen der Währungsunion zulassen werden, sagte Obama bei einer Spendengala in New York . "Aber sie werden entscheidende Maßnahmen ergreifen müssen."

Er und sein Finanzminister Timothy Geithner verbrächten "unglaublich viel Zeit" damit, die europäischen Regierungen davon zu überzeugen, dass solche Maßnahmen so schnell wie möglich ergriffen werden müssten, sagte Obama. Als Beispiel für mögliche Schritte nannte er das Konjunkturpaket in Höhe von knapp 800 Milliarden Dollar, das seine Regierung 2009 aufgelegt hatte.

Die US-Regierung hat die Europäer wiederholt aufgefordert, die Euro-Krise durch beherztes Eingreifen zu überwinden. Erst am Montag hatte Geithner auf Sylt Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble ( CDU ) getroffen, um über die Euro-Krise zu sprechen. Er telefonierte auch mit seinem französischen Kollegen Pierre Moscovici und wollte den Präsidenten der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi , treffen.

Koalition wehrt sich gegen Vorwürfe

Obama machte deutlich, dass sich die Schuldenkrise negativ auf die US-Wirtschaft auswirke: "Europa ist weiterhin eine Herausforderung."

Zuvor hatte auch der Euro-Gruppen-Chef Jean-Claude Juncker die Krisenpolitik einzelner EU-Staaten gerügt. Er hob dabei besonders Deutschland hervor, das Juncker zufolge die Euro-Zone "wie eine Filiale" behandelt.

In den deutschen Koalitionsparteien löste Juncker damit Verärgerung aus. Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) wehrte sich gegen die Vorwürfe. "Jean-Claude Juncker ist ein guter Freund Deutschlands. Umso unverständlicher ist aber nun seine Kritik an der deutschen Politik", sagte Kauder. "Er sollte besser die griechische Regierung zur Einhaltung ihrer Verpflichtungen auffordern. Deutschland stützt den Euro in einem Maß wie kein anderes Land in Europa."

Auch FDP-Generalsekretär Patrick Döring griff Juncker für seine Aussage an. "Wer so scharf Deutschland attackiert, wird der Solidarität nicht gerecht, die Deutschland leistet und die von ihm erwartet wird", sagte Döring. Es sei bedauerlich, dass der Euro-Gruppen-Chef aktuell klare Worte der Kritik finde, "aber keine klaren Worte zur Lage". Ein besonnener Umgang mit der Realität und mit denen, die er zur Stabilisierung der Währung brauche, sei wünschenswert.