Die positive Entwicklung des deutschen Arbeitsmarkts wird von wachsender Ungleichheit bei den Einkommen überschattet. Das geht aus der jüngsten Arbeitsmarktanalyse der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung ( OECD ) hervor. Wegen der erheblich zurückgegangenen Tarifbindungen seien die Lohnunterschiede gestiegen, heißt es in der Studie . Auch Mini-Job-Verträge und die nachlassende Organisation von Arbeitgebern in Verbänden begünstigten diese Entwicklung.

Gleichzeitig lobten die OECD-Experten die deutschen Erfolge im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit. In kaum einem Industrieland sank sie demnach in den vergangenen fünf Jahren so sehr wie in der Bundesrepublik. Für den Euro-Raum insgesamt bleiben die Aussichten hingegen weiter äußerst düster. Bis 2013 sei mit einem weiteren Anstieg der Arbeitslosigkeit zu rechnen, teilte die OECD mit. Im Mai sei mit einer Quote von 11,1 Prozent eine neue Höchstmarke erreicht worden.

In Spanien ist nach OECD-Angaben mittlerweile rund jeder vierte Erwerbsfähige ohne Job (24,6 Prozent). Zum Vergleich: In Deutschland lag die Erwerbslosenquote nach Standard der UN-Arbeitsorganisation ILO im Mai nur bei 5,6 Prozent.