Die finanziellen Probleme Spaniens werden größer: Die Renditen für spanische Staatsanleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren sind weiter gestiegen und erreichten mit 7,59 Prozent ein neues Rekordhoch. Am Freitag war die Rendite für diese Papiere bereits auf 7,23 Prozent geklettert.

Damit wird es für Spanien immer teurer, frisches Geld zu leihen. Die Marke von sieben Prozent wird als Grenzwert angesehen, ab dem Investoren ein Land in Zahlungsschwierigkeiten sehen. Ein solcher Wert gilt über einen längeren Zeitraum als nicht tragbar für einen Staat.

Besonders stark verschlechterten sich die Konditionen für zweijährige Anleihen. Hier stieg die Rendite um mehr als 40 Basispunkte auf bis zu 6,64 Prozent. Fünfjährige Anleihen legten ähnlich stark zu und rentierten in der Spitze mit 7,07 Prozent. In Folge der Nachrichten aus Spanien verschlechterte sich auch die Lage am Rentenmarkt Italiens .

Die Sorgen um Spanien und die Spekulationen über den Verbleib Griechenlands in der Euro-Zone belasteten die europäischen Aktienmärkte stark. Der Dax fiel um 3,18 Prozent auf 6.419 Zähler – der stärkste Tagesverlust seit dem 1. Juni. Der EuroStoxx verlor 2,59 Prozent. An der Börse in Madrid konnte der Ibex zeitweise Verluste von bis zu 5,5 Prozent wieder ausgleichen und schloss mit 1,1 Prozent niedriger bei 6.177 Zählern. Auch die Mailänder Börse tendierte schwächer. Der Euro fiel erstmals seit zwei Jahren wieder unter 1,21 Dollar.

Regionen droht Zahlungsausfall

Verantwortlich für das gestiegene Misstrauen an den Märkten ist die Nachricht vom Wochenende, dass die Region Murcia als zweite nach Valencia zum Erhalt der Zahlungsfähigkeit auf Unterstützung angewiesen ist. Andere Regionen könnten laut Medienberichten folgen.

Spanien widerspricht Befürchtungen

Investoren befürchten, dass auch der spanische Staat trotz der Unterstützung für seine Banken selbst ein Kandidat für Hilfe aus dem Euro-Rettungsfonds wird. Die Euro-Finanzminister hatten am Freitag die Kredite in Höhe von bis zu 100 Milliarden Euro für die spanischen Banken freigegeben. Mit dem auf 18 Monate ausgelegten Programm sollen finanziell angeschlagene Banken rekapitalisiert werden, die aufgrund einer geplatzten Immobilien- und Kreditblase in Schwierigkeiten geraten sind.

Die spanische Regierung betonte jedoch, das Land müsse nicht unter den Rettungsschirm. Der spanische Wirtschaftsminister Luis de Guindos sagte auf einen entsprechende Frage: "Absolut nicht."