Der Internationale Währungsfonds ( IWF ) hat sich positiv über die Verhandlungen mit Griechenland geäußert. "Wir haben gute Fortschritte erzielt", sagte IWF-Vertreter Poul Thomsen am Sonntag in Athen nach Gesprächen mit dem griechischen Finanzminister Ioannis Stournaras und Arbeitsminister Giannis Vroutsis. "Alles ist gut gelaufen. Das Klima war gut." Die Troika aus IWF, EU-Kommission und Europäischer Zentralbank werde Anfang September wiederkommen. Das Verhandlungsergebnis bedeutet noch keine Zusage über weitere Hilfe der Troika.

Die Vertreter der Troika hatten sich zwei Wochen lang in Griechenland aufgehalten. Bei dem aktuellen Programm geht es um 11,5 Milliarden Euro, die 2013 und 2014 gespart werden müssen. Dies ist Voraussetzung für die Freigabe einer weiteren Kredit-Tranche von 31,5 Milliarden Euro im September. Ohne dieses Geld aus dem zweiten Hilfsprogramm wäre Griechenland nicht mehr zahlungsfähig. Durch die Wahlen im Mai und Juni hatte sich die Zusage der geforderten Kürzungen wiederholt verzögert. Griechenland ist daher bei seinen versprochenen Reform- und Sparschritten weit im Rückstand. Im September wollen die Experten der Geldgeber prüfen, inwieweit Athen das vereinbarte Sparprogramm tatsächlich umsetzt – erst dann könnte wieder Hilfsgeld fließen. Die Europäische Union hatte sich bereits am Donnerstag lobend über den griechischen Kurs geäußert.

Die griechische Regierung muss in den kommenden Tagen Details zu den von der Troika geforderten Maßnahmen erarbeiten und bis Ende kommender Woche einen Bericht schicken. Für Montag und Dienstag ist ein Treffen von Ministerpräsident Antonis Samaras mit seinen Koalitionspartnern vorgesehen. Finanzminister Stournaras sagte der Zeitung Ethnos , die kommenden Wochen seien "entscheidend für das Überleben des Landes". Zwar hätten die Griechen schon große Opfer gebracht, doch wenn die zugesagten neuen Kürzungen nicht umgesetzt würden, drohten dem Land der Bankrott und der Austritt aus der Euro-Zone.

Westerwelle verlangt Mäßigung, Söder fordert "Exempel"

Deutschlands Außenminister Guido Westerwelle ( FDP ) rief im Focus zur Mäßigung in der Debatte um Griechenlands Zukunft auf: "Alle sollten darauf achten, was man sagt und wie man es sagt. Wer politische Verantwortung trägt, sollte mit der Axt des schnellen Wortes nicht leichtfertig einreißen, was in Jahrzehnten in Europa mühsam aufgebaut wurde."

Bayerns Finanzminister Markus Söder ( CSU ) sagte der Bild am Sonntag : "Nach meiner Prognose sollte Griechenland bis Jahresende ausscheiden. An Athen muss ein Exempel statuiert werden." Bei einem Verbleib Griechenlands in der Euro-Zone drohe erheblicher wirtschaftlicher Schaden für Deutschland.