Der langjährige Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Norbert Walter , ist tot. Nach Angaben seiner Familie starb der 67-Jährige am Freitag. Die Todesursache stehe noch nicht fest.

Der Wirtschaftswissenschaftler begann seine berufliche Laufbahn 1971 am Kieler Institut für Weltwirtschaft. 1987 ging Walter zur Deutschen Bank, deren Chefvolkswirt er von 1990 bis zu seinem Ausscheiden Ende 2009 war. Er war zudem Geschäftsführer der 1992 gegründeten Deutsche Bank Research.

In dieser Zeit prägte Walter das Bild des Chefvolkswirts, der weniger wissenschaftlich arbeitet, denn als öffentlicher Impulsgeber auftritt und für den Konzern die wirtschaftliche Entwicklungen analysiert. Zwischen 2000 und 2002 gehörte er dem Gremium der Sieben Weisen zur Regulierung der europäischen Wertpapiermärkte bei der EU-Kommission in Brüssel an.

Als strikter Anhänger der Marktwirtschaft mischte sich Walter immer wieder in den öffentlichen Diskurs ein. Als eines seiner Kernanliegen hatte er schon 1985 eine "Entfesselung der Marktwirtschaft" gefordert, mit der die Wachstumsschwäche der deutschen Wirtschaft überwunden werden solle. Der streitbare Professor sagte als einer der ersten den historischen Konjunktureinbruch in Deutschland voraus, der 2009 im Gefolge der weltweiten Finanzkrise eintrat. Walter gehörte dem Zentralkomitee der Katholiken an.