Zehntausende Rentner haben jahrelang zu geringe Bezüge bekommen. Das ist das Ergebnis einer seit vergangenem Jahr laufenden Überprüfung von Rentenbescheiden, wie das Bundesversicherungsamt (BVA) in seinem Tätigkeitsbericht 2012 mitteilte. Bereits vor einem Jahr hatte sich herausgestellt, dass bei den beiden Organisationen Deutschen Rentenversicherung Bund und Knappschaft-Bahn-See Kinderzuschläge für Witwen und Witwer nicht berücksichtigt worden waren. Zudem wurden teilweise Berufsausbildungszeiten falsch berechnet. Inzwischen liegen die abschließenden Zahlen vor.

Insgesamt wurden bei beiden Rentenversicherungsträgern wegen vergessener Kinderzuschläge 29.334 Fälle überprüft: 9.202 Rentner bekamen Nachzahlungen in Höhe von insgesamt 22,3 Millionen Euro. Bei einem der Versicherungsträger erhöhte sich die monatliche Rente im Durchschnitt um 57,28 Euro. Wegen falsch berücksichtigter Berufsausbildungszeiten wurden zudem sogar 215.542 Renten überprüft: 147.702 (68,5 Prozent) waren zu niedrig berechnet, etwa 4.000 aber zu hoch. Über die Höhe der Nachzahlungen oder Neuberechnungen macht der BVA-Bericht keine Angaben.

Nach einem Bericht der Bild -Zeitung sind nur die beiden bundesweiten Rententräger überprüft worden. Für die 14 anderen regionalen Rententräger ist das BVA nicht zuständig. Dort liefen die Prüfungen auf mögliche Falschberechnungen noch oder hätten noch nicht begonnen, schreibt das Blatt. Diese Rententräger sind aber für mehr als die Hälfte der Renten zuständig.