Geldtransfers aus der Schweiz führten in den letzten Jahren verstärkt nach Asien: Daten der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) zeigen, dass die Schweizer Banken ihr Engagement in Singapur drastisch erhöht haben. Das zeigt eine Auswertung, die DIE ZEIT durchgeführt hat.

Demnach haben sich die Forderungen Schweizer Banken gegenüber Geschäftspartnern in Singapur vom ersten Quartal 2010 bis zum ersten Quartal 2012 fast verdoppelt – auf 21 Milliarden Dollar. Auch die Zahlen für Hongkong sind stark gestiegen.

Die Daten dürften Spekulationen Auftrieb verleihen, wonach Schweizer Banken Steuergelder nach Asien verschieben. Medienberichten zufolge haben Fahnder in Nordrhein-Westfalen Indizien dafür.

Womöglich auch Unternehmenskredite enthalten

Allerdings geht aus den Informationen der BIZ nicht hervor, was mit den Geldern geschieht. So sind auch Unternehmenskredite enthalten.

Die Bundesregierung hat ein Steuerabkommen mit der Schweiz unterzeichnet, durch das Vermögen deutscher Staatsbürger nachträglich pauschal versteuert werden sollen. Das Abkommen ist noch nicht in Kraft getreten, da die Zustimmung des Bundesrats fehlt. Die von SPD und Grünen regierten Länder lehnen das Abkommen ab.

SPD-Chef Sigmar Gabriel bezichtigte Schweizer Banken der organisierten Kriminalität und nannte das geplante Abkommen mit der Schweiz eine Legalisierung der Steuerhinterziehung. Er fordert ein härteres Vorgehen gegen Steuersünder.