Die Konjunkturflaute beeinflusst auch den Arbeitsmarkt in Deutschland negativ. Die Zahl der Arbeitslosen ging im September zwar um 117.000 zurück, teilte die Bundesagentur für Arbeit (BA) mit. Der Rückgang fiel aber geringer aus als für die Herbstbelebung üblich.

Insgesamt registrierte die BA 2,788 Millionen Arbeitslose . Das waren nur noch 7.000 weniger als vor einem Jahr. Der Vorjahresabstand wird von Monat zu Monat geringer. "Die schwächere wirtschaftliche Entwicklung wirkt sich auf den Arbeitsmarkt aus", sagte BA-Chef Frank-Jürgen Weise. "Allerdings zeigt sich der Arbeitsmarkt insgesamt robust."

Werden die jahreszeitlichen Schwankungen herausgerechnet, stieg die Arbeitslosenzahl im Monatsvergleich saisonbereinigt um 9.000. Volkswirte hatten eine Zunahme um 10.000 erwartet. Dies ist nach den BA-Zahlen der sechste Monat mit einem saisonbereinigten Anstieg in Folge.

"Die Unternehmen warten ab"

Der Volkswirt Andreas Scheuerle von der Deka-Bank erwartet keine schnelle Besserung. "Man kann grundsätzlich davon ausgehen, dass die Erfolge am Arbeitsmarkt abklingen werden – auch, weil schon so viel erreicht wurde." Aber auch die Schuldenkrise in der Euro-Zone wirke sich aus. "Die Firmen halten sich mit Investitionen zurück", erklärte Scheuerle.

Die Beschäftigungsabsichten seien ebenfalls rückläufig, wie die Frühindikatoren signalisierten. "Die Unternehmen warten ab, wie sich die Schuldenkrise weiter entwickelt", sagte der Ökonom. "Es wäre jetzt hilfreich, wenn die Reformen umgesetzt würden und Erfolgsmeldungen kämen."

Nachfrage nach Arbeitskräften rückgängig

Die Zahl der Erwerbstätigen und der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten legten zwar weiter zu. "Allerdings wird auch hier der Vorjahresabstand kleiner", erläuterte die BA. Nach den jüngsten Daten vom August waren 420.000 Menschen mehr als im Vorjahr beschäftigt, insgesamt waren es 41,72 Millionen.

"Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung wächst mit Ausnahme von Sachsen-Anhalt in allen Bundesländern und in den meisten Branchen", hieß es bei der BA. Vor allem im Dienstleistungsbereich sowie im verarbeitenden Gewerbe seien neue Stellen entstanden.

Allerdings geht die Nachfrage nach Arbeitskräften zurück, wenn auch auf hohem Niveau. Im September waren den Arbeitsagenturen 485.000 offene Stellen gemeldet, 17.000 weniger als vor einem Jahr. Besonders gesucht sind derzeit Fachleute aus den Bereichen Mechatronik, Elektro, Metall, Maschinen- und Fahrzeugbau, Logistik, Handel und Gesundheit.