Die deutschen Exporteure leiden unter der weltweiten Finanzkrise . Ihre Aufträge fielen im August so stark wie seit über drei Jahren nicht mehr, wie das Markit-Institut in einer Umfrage unter 500 Industrieunternehmen herausfand.

"Besonders markant ging die Zahl der Bestellungen aus Südeuropa zurück", teilte das Institut mit. Schon im ersten Halbjahr waren die Ausfuhren nach Portugal um 14,3 Prozent eingebrochen, die nach Spanien und Griechenland gingen um jeweils mehr als neun Prozent zurück, während der Umsatz in Italien um 8,2 Prozent schrumpfte.

Industrie baut weiter Stellen ab

Über eine sinkende Nachfrage klagen Markit zufolge besonders die Hersteller von Maschinen, Geräten und anderen Investitionsgütern sowie die Produzenten von Vorleistungsgütern wie Chemikalien.

Eine Besserung ist momentan nicht in Sicht. Die Industrie in Deutschland baut wegen fehlender Aufträge immer weiter Stellen ab . "Trotz der verlangsamten Talfahrt steht der deutschen Industrie im dritten Quartal das schlechteste Quartal seit über drei Jahren bevor", sagte Markit-Ökonom Tim Moore.

China in der Krise

Das Bruttoinlandsprodukt war zu Jahresbeginn um 0,5 Prozent gewachsen, im Frühjahr um 0,3 Prozent. Für den Sommer befürchten Experten, dass die Wirtschaftsleistung weiter sinkt.

Unter der Krise in Europa leidet auch China . Die Neuaufträge der Industrie fielen so schwach aus wie seit März 2009 nicht mehr, wie aus einer Umfrage der Großbank HSBC hervorgeht. Die Wirtschaftsleistung der zweitgrößten Volkswirtschaft geht seit Monaten zurück.

China hat im Juni und Juli bereits die Geldpolitik gelockert, um die Konjunkturabkühlung zu bremsen . Fachleute gehen davon aus, dass die Regierung in Peking Geld noch billiger machen wird, um die Wirtschaft zu stützen. "Peking muss die Lockerung verstärken, um das Wachstum zu stabilisieren und die Lage am Arbeitsmarkt zu verbessern", sagte HSBC-Chefvolkswirt für China, Qu Hongbin.