Griechenland will für die Erfüllung seiner neuen Sparpläne im Umfang von rund 11,5 Milliarden Euro zwei Jahre mehr Zeit als bisher geplant aushandeln. Er fände es "am besten", wenn vier statt zwei Jahre vereinbart würden, sagte Regierungschef Antonis Samaras der Washington Post , "wir reden über eine Ausweitung bis zum Jahr 2016". Griechenland würde seine Ausgaben bereits "bis aufs Skelett" kürzen, aber die Menschen müssten ein Licht am Ende des Tunnels erkennen können.

Die Finanzminister der Euro-Zone hatten am Freitag bei einem Treffen in Nikosia über den weiteren Umgang mit Griechenland beraten. Konkrete Ergebnisse gab es nicht, jedoch war die Bereitschaft erkennbar, Athen bei den Zeitplänen für die geforderten Spar- und Reformmaßnahmen entgegenzukommen. Dabei geht es auch um bereits vereinbarte Maßnahmen. Konkretere Entscheidungen über das weitere Vorgehen werden beim EU-Gipfel am 18. und 19. Oktober in Brüssel erwartet.

Um eine weitere Hilfstranche von 31 Milliarden Euro zu erhalten, muss Griechenland ein neues Sparpaket in Höhe von 11,5 Milliarden Euro zustande bringen. Finanzminister Giannis Stournaras sagte in Nikosia, das Paket solle in etwa zehn Tagen geschnürt sein. Derzeit werde noch über darin enthaltene Maßnahmen mit einem Volumen von vier Milliarden Euro verhandelt. Verhandlungspartner Griechenlands sind die Experten der sogenannten Troika aus EU , IWF und Europäischer Zentralbank (EZB) , die sich derzeit zur Überprüfung der Fortschritte in Athen aufhalten.

Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) wirbt um mehr Geduld mit Athen. Die Aufgabe, vor der Griechenland stehe, brauche ein Jahrzehnt, sagte der Chef des arbeitgebernahen Instituts, Michael Hüther, der Wirtschaftswoche . "Das hat man bei der Transformation osteuropäischer Länder gesehen. Im Grunde geht es hier um einen ähnlichen Entwicklungsprozess." Die Sparziele für Griechenland seien riesig: Auf Deutschland umgerechnet, entsprächen die verlangten Einsparungen 180 Milliarden Euro. Allerdings brachte Hüther im Gegenzug zu zeitlichen Zugeständnissen eine intensivere Aufsicht ins Gespräch. Dabei würden EU-Beamte permanent in Athen die Regierung überwachen und für die Durchsetzung von Sparbeschlüssen sorgen.