Mit Sprüchen wie "Nein zu einem deutschen Europa " und " Merkel , Nein, Viertes Reich, Nein" haben mehrere Hundert Menschen am Donnerstagabend in Madrid gegen Bundeskanzlerin Angela Merkel protestiert. Die Demonstranten warfen Deutschland und der Kanzlerin vor, sich in die spanische Wirtschaft einzumischen und den Spaniern das Leben zu erschweren . Auf einigen Transparenten war das Gesicht der Kanzlerin mit Hakenkreuzen bemalt. Von der Madrider Vertretung des Europäischen Parlaments zogen die Demonstranten zur deutschen Botschaft, die von der Polizei geschützt wurde.

Der spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy bekannte sich beim Besuch von Merkel zu der von Berlin eingeforderten Budgetdisziplin. Merkel lobte gleichzeitig die bisher in Spanien umgesetzten Reformen, die das Land aus der Rezession ziehen sollen.

Spanien hat seit dem Platzen der Immobilienblase im Jahr 2008 wirtschaftliche Probleme und gilt als einer der Krisenstaaten in der Euro-Zone. Madrid beantragte beim Euro-Rettungsfonds Milliardenhilfen zur Sanierung seiner Banken. Mehrere Regionen des Landes benötigen zudem Finanzhilfen der spanischen Regierung. Einen Antrag auf Unterstützung für seinen Staatshaushalt will Madrid aber vermeiden.

Die Regierung verordnete dem Land, das unter einer hohen Arbeitslosenquote von 24,6 Prozent leidet, rigorose Sparmaßnahmen . Das Ziel ist, das Haushaltsdefizit von 8,9 Prozent im Jahr 2011 bis 2014 auf 2,8 Prozent zu drücken.