Die Entscheidung über eine optimale private Vorsorge für das Alter soll bald deutlich einfacher werden. Die schwarz-gelbe Koalition will allen Anbietern von Riester-Renten vorschreiben, in jeden Vertrag einen zentralen Überblick über die wichtigsten Kennzahlen zu geben. Das berichtet die Süddeutsche Zeitung unter Berufung auf den Gesetzentwurf, der am Mittwoch kommender Woche beschlossen werden soll.

Damit die Sparer die Angebote besser vergleichen können, soll demnach der sogenannte Riester-Check einheitlich aussehen und die wichtigsten Kriterien der Altersvorsorge auflisten. Dazu gehören etwa die anfallenden Kosten, die Rendite-Erwartung und das Anlage-Risiko.

Laut Süddeutscher Zeitung sei es für die Regierung von zentraler Bedeutung, dass auf dem Riester-Check alle Kosten vermerkt werden müssen. Verbraucherschützer hatten hier eine Angabe in Euro und Cent gefordert. Das Blatt zitiert Koalitionskreise, wonach dies für einige Produkte jedoch schlicht unmöglich sei, denn deren Kosten hingen wie etwa bei Sparfonds von der Höhe der Einlage ab. Nun würden die Kosten ebenfalls in Prozent ausgewiesen.

Im Gesetzentwurf wird demnach auch festgelegt, dass auf jedem Riester-Check eine Modellrechnung über die Höhe der garantierten Rente zu finden sein soll, beispielsweise für einen 35-jährigen Sparer, der 30 Jahre lang monatlich 88 Euro zur Seite legt. Auf einer Skala von eins (inflationsgeschützt) bis sechs (Spekulation) soll das Risiko vermerkt werden, auf das sich der Sparer mit dem Riester-Vertrag einlässt.

Wie die Süddeutsche weiter berichtet, soll sichergestellt werden, dass die Versicherer nicht unterschiedliche Annahmen zu Hilfe nehmen, um ihre Verträge aufzupolieren. Hierzu sollen die Daten auf dem Faktenblatt von einer unabhängigen Stelle entweder selbst berechnet, zumindest aber kontrolliert werden.

Anlass für diese Modifizierungen ist die starke Kritik von Verbraucherschützern an der Riester-Rente . Sie werfen den Anbietern vor, unter dem Deckmantel der staatlichen Förderung mangelhafte Produkte mit zu hohen Kosten und zu geringem Ertrag zu verkaufen. So schnitten in einer aktuellen Untersuchung der Stiftung Warentest nur fünf von 29 untersuchten Versicherungsangeboten mit der Note "gut" ab.