Der Wirtschaftswissenschaftler Bert Rürup soll den Tarifkonflikt zwischen der Lufthansa und ihren Flugbegleitern schlichten. Auf die Berufung des 68 Jahre alten Unternehmensberaters und Rentenexperten einigten sich das Unternehmen und die Kabinengewerkschaft Ufo.

"Auf Vorschlag der Lufthansa haben wir uns nach intensiven Gesprächen auf ihn geeinigt", sagte der Chef der Flugbegleitergewerkschaft Ufo, Nicoley Baublies. In der nächsten Woche sollen erste Gespräche stattfinden.

Im Tarifkonflikt hatte die Flugbegleitergewerkschaft in den vergangenen zwei Wochen zu drei großen Streiks an verschiedenen Lufthansa-Standorten aufgerufen, einmal sogar bundesweit. Hunderte Flüge fielen aus, es kam zu zahlreichen Verspätungen.

Gewerkschaft will bessere Aufstiegschancen

Lufthansa und Ufo streiten sich unter anderem über die Vergütung, um die es auch in der Schlichtung gehen wird. Strittige Punkte sind daneben der schnellere Aufstieg von Berufseinsteigern in höhere Gehaltsgruppen, aber auch die größere zeitliche Streckung des Aufstiegs von langjährigen Beschäftigten zu einer besseren Bezahlung. Diese Fragen sollen in Gesprächen parallel zur Schlichtung verhandelt werden.

Es laufen auch Verhandlungen über weitere Fragen der tariflichen Zukunft bei der Fluggesellschaft. Dabei geht es unter anderem um Leiharbeit und die Gründung einer Lufthansa-internen Billigfluggesellschaft, bei der niedrigere Tarife für die Flugbegleiter gelten sollen.